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Starker Protest gegen Castor-Transport
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Starker Protest gegen Castor-Transport
„Die Auseinandersetzung um die Atomenergie ist noch lange nicht vorbei“
Gorleben/Dannenberg. Kurz nach Einfahrt des bislang größten Castor- Transports haben AtomkraftgegnerInnen eine positive Bilanz der Proteste gezogen. „Es ist mehr als deutlich geworden, dass der Widerstand hier in Gorleben und auch überregional quicklebendig ist,“ erklärte Sören Janssen, Pressesprecher der Inititiative X-tausendmal quer. Trotz Demonstrationsverbot und einer übermächtigen Polizeipräsenz habe es so viele Aktionen wie lange nicht gegeben. „Die Auseinandersetzung um die Atomenergie ist noch lange nicht vorbei,“ so Janssen.
Allein der Schienentransport sei durch Proteste fast 6 Stunden verzögert worden. Durch die Sitzblockade bei Laase mit über tausend TeilnehmerInnen sei die Straßentransportstrecke an einem noralgischen Punkt für mehr als 5 Stunden blockiert worden. „Es ist jedoch nicht wichtig, wieviele Minuten der Transport braucht oder verzögert wird, sondern wieviele Menschen Zivilcourage gegen eine verantwortungslose Atompolitik zeigen,“ erklärte Sören Janssen von X-tausendmal quer. Kreativ, entschlossenen und mit viel Humor hätten mehrere tausend Menschen gezeigt, dass der Widerstand im Wendland ungebrochen ist. „Es ist wieder einmal klar geworden: Der so genannte Atomkonsens ist kein gesellschaftlicher Konsens.“ Mehr als 10.000 PolizistInnen seien notwendig gewesen, um diesen Transport gegen die Bevölkerung durchzusetzen. „Über mehrere Wochen wurde wieder einmal über eine ganze Region der Ausnahmezustand verhängt, es wurden Grundrechte massiv eingeschränkt und Protest kriminalisiert," erklärte Sören Janssen.
Massive Kritik übten die AtomkraftgegnerInnen an der Polizeiführung: „Die Polizeiführung hat ihrem Motto „gut, dass wir auch anders können“, alle Ehre gemacht - sie hat gezeigt, dass sie vielleicht anders kann, aber nicht anders will, als den legitimen und gewaltfreien Protest von tausenden Menschen zu diffamieren und zu kriminalisieren,“ erklärte Janssen. Dabei sei dem Einsatzleiter Rheime offenbar jedes Mittel recht. Mehrfach habe die Polizei falsche Informationen verbreitet und bewusst erfundene Ereignisse zur politischen Bewertungsgrundlage gemacht. Janssen warf der Einsatzleitung erneut gezielte Irreführung der Öffentlichkeit vor.
Kritik übten die AtomkraftgegnerInnen auch an Bundesumweltminister Trittin. Er hatte „Verständnis für die Anti-Atom-Demonstranten“ geäußert und dies mit einer möglichen Festlegung auf ein Endlager in Gorleben begründet. „Das Endlager ist ein Grund gegen die Castor-Transporte zu sein, der Weiterbetrieb von Atomanlagen ist aber der grundsätzlichere.“ Janssen warf Trittin vor, keinen wirklichen Ausstieg aus der Atomenergie erwirkt zu haben. Die Atompolitik der Bundesregierung sichere nur die Profitinteressen der Atomkonzerne, erklärte Janssen.
„Die kreativen und entschlossenen Aktionen der letzten Tage machen Mut, für die weiteren Auseinandersetzungen, die uns noch bevorstehen,“ erklärte Jochen Stay, langjähriger Anti-Atom-Aktivist aus dem Wendland. „Wir werden nicht aufgeben, sondern uns erneut querstellen, wenn wieder ein Castor rollt. Die Auseinandersetzung um die Atomenergie und die Atommülllager in Gorleben sind längst nicht ausgestanden,“ so Stay. „Wir werden einen langen Atem brauchen und wir haben wieder einmal bewiesen, dass wir den haben, so Stay. Wieder einmal heisst es jetzt im Wendland: Nach dem Castor ist vor dem Castor.
- Sören Janssen (Pressesprecher) - Rasmus Grobe (Pressesprecher) x1000malquer bw10 (14.11.2002 d)
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