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ISSN 1610-0611
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Trotz Verbot entschlossener Widerstand

WiderSetzen kündigt Schienenblockade in Hitzacker an
Trotz Verbot entschlossener Widerstand

Das Ziel unserer diesjährigen Aktion ist der Schienenweg in Hitzacker. Kraftvoll,
friedfertig und charmant werden wir versuchen, bis zur Zugstrecke durchzudringen.
Dort werden wir uns auf den Schwellen niederlassen. Da zur Zeit im Wendland
sowieso fast alles verboten ist, haben wir uns gar nicht erst um eine behördliche
Genehmigung bemüht. Wir melden keine Versammlung an. Wir treffen uns zum
Kaffeetrinken. Mutige Menschen aus Hitzacker öffnen ihre guten Stuben. Wenn der
Castorzug Lüneburg erreicht hat, dann sind wir alle herzlich nach Hitzacker
eingeladen. Kaffeetrinkend ermuntern wir uns gegenseitig. Vielleicht schließen wir
Wetten ab, ob demnächst im Wendland auch das Kaffeetrinken verboten wird.
Wenn der giftige Zug dann Lüneburg wieder verläßt, ziehen auch wir los. Wir wissen
nicht, ob wir die Schienen erreichen werden. Denn die Bahnstrecken wird einer
Festung gleichen. Die Polizei wird in der Übermacht sein. Wir gehen trotzdem.
Denn wir können nicht anders. Was uns auf die Schienen treibt, geht weit über
unsere Angst und unsere kalten Füße hinaus. Vielleicht wird Herr Reime wieder über
uns spotten, wenn es ihm gelingt, uns technisch an die Wand zu drücken. Aber wir
sind keine Strategen und keine Generäle. Wir lassen uns auch keine Punktbewertung
aufdrücken.

Wenn wir bald losgehen, dann tun wir das mit all unserer verzweifelten Hoffnung.
Wir tun es mit ganzem Herzen. Wir laufen dem Stacheldraht, den Wasserwerfern und
dem Todeszug entgegen, weil wir Verantwortung für das Leben übernehmen. Wir tun es
auch für unsere Nachbarn, auch für die Kinder der Polizisten, auch für die Kinder
unserer Kinder.

Natürlich freuen wir uns, wenn der Zug wegen uns bremsen muß. Aber das Wichtigste
ist: Wir sind losgegangen. Die Mächtigen müssen mit uns rechnen. Die Strategen
müssen brüten. Was wir mitbringen, die Kraft unserer Herzen, ist machtvoller als
Wasserwerfer.
Auf geht's!

X1000-pressedienst
12.11.02 22.19 Uhr


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