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ISSN 1610-0611
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Wir lassen uns das Demonstrieren nicht verbieten

Kritik an Polizeistrategie / Heute Aktion für Versammlungsfreiheit
Wir lassen uns das Demonstrieren nicht verbieten

Dannenberg. AtomkraftgegnerInnen haben eine positive Zwischenbilanz der bisherigen
Proteste gegen den heute in Frankreich startetenden Castor-Transport nach Gorleben
gezogen. „Es gab viele kreative und witzige Aktionen. Wenn es nach uns geht, soll
sich das auch in den nächsten Tagen nicht ändern,“ erklärte Sören Janssen von X-
tausendmal quer. Scharfe Kritik übte er dagegegen an Verlautbarungen der Polizei:
„AtomkraftgegnerInnen werden böswillig provoziert, und zwar von bewussten Lügen der
Polizei. Derartige Aktionen können zu einer von uns nicht gewollten
Klimaverschlechterung führen,“ erklärte Janssen in Anspielung auf eine
Pressemitteilung der Polizei. „Hier werden bewusst Situationen falsch dargestellt, um
die Aktionen der Anti-Atom-Bewegung in ein schlechtes Licht zu rücken und
ungerechtfertigtes Verhalten der Polizei im Nachhinein zu legitimieren“, so Janssen
weiter.

Gestern waren unter dem Motto „Wir sind so frei“ 400 AktivistInnen der Kampagne X-
tausendmal quer von Siemen nach Klein Gusborn gezogen, um für Versammlungsfreiheit zu
demonstrieren. Für heute ist genau die gleiche Demonstration erneut geplant - mit dem
Unterschied, dass sie diesmal nur bis zur Grenze der Verbotszone erlaubt ist. Gegen
diese Einschränkung der Versammlungsfreiheit hat X-tausendmal quer Rechtsmittel
eingelegt. „Es kann ja nicht sein, dass genau die gleiche Aktion am heutigen Tag viel
gefährlicher für die öffentliche Sicherheit ist, als gestern“, so Janssen. Deshalb
wollen sich die AktivistInnen von X-tausendmal quer auch heute nicht am Demonstrieren
hindern lassen. „Sollte die Polizei versuchen, uns von der Transportstrecke
abzuhalten, wird aus der Demonstration eine gewaltfreie Aktion für das Recht auf
Versammlungsfreiheit. Es geht uns dabei heute nicht darum, mit Tricks und
Listigkeiten auf die Strecke zu kommen, sondern hier sehr eindrucksvoll sichtbar
werden zu lassen, wie bereits Tage vor dem Transporttermin die Menschen durch ein
riesiges Polizeiaufgebot daran gehindert werden, sich im Landkreis frei zu bewegen
und auf einer öffenlichen Straße in einer Versammlung ihren Protest auszudrücken. Wir
werden uns davon nicht einschüchtern lassen, sondern auf unserem Recht bestehen - in
aller Ruhe und Besonnenheit. Wer uns daran hindern will, muss uns schon festhalten
oder einsperren“, bekräftigt Sören Janssen.





- Sören Janssen (Pressesprecher):
- Rasmus Grobe (Pressesprecher):

(11.11.02)


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