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Ziviler Ungehorsam auf der Transportstrecke
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Ziviler Ungehorsam auf der Transportstrecke Polizei verhindert Demonstration
Dannenberg. Über 200 AtomkraftgegnerInnen der Kampagne X-tausendmal quer haben heute in Groß Gusborn mit einer Aktion Zivilen Ungehorsams gegen das entlang der Castor-Transportstrecke geltende Demonstrationsverbot demonstriert. Unter dem Motto „Wir sind so frei“ versuchten die AtomkraftgegnerInnen in Groß Gusborn in die Demonstrationsverbotszone hineinzugehen. Als sie von der Polizei daran gehindert wurden, wurde aus der Demonstration eine Aktion Zivilen Ungehorsams.
Gegen 14.40 überschritten die AtomkraftgegnerInnen in Groß Gusborn die Grenze zur Demonstrationsverbotszone. Dort wurden sie von der Polizei daran gehindert, den geplanten Demonstrationsweg nach Klein Gußborn fortzusetzen. Am Sonntag hatte eine Demonstration mit 400 Menschen an gleicher Stelle ihren Weg problemlos fortsetzen können. Es ist absurd, gestern durften wir demonstrieren, heute nicht,“ empört sich Sören Janssen, Pressesprecher von X-tausendmal quer.
Um 14.55 Uhr erging die erste Aufforderung der Polizei die Verbotszone zu verlassen. Um 15.05 erging die nächste Aufforderung - diesmal von Seiten der DemonstrantInnen. „Dies ist eine Aufforderung an die Polizei. Sie verstoßen gegen das Grundgesetz und gegen die allgemein Erklärung der Menschenrechte. Wir fordern Sie auf, die Straße freizumachen,“ wandte sich Jochen Stay von X-tausendmal quer per Lautsprecher an die PolizistInnen.
Als keine Reaktion erfolgte, standen aus der Menge der sitzenden DemonstrantInnen jeweils einige Menschen auf, gingen einzeln auf die PolizistInnen zu und versuchten im Gespräch und mit gewaltfreien Mitteln, durch die dichte Polizeikette zu gehen. Nach gescheitertem Versuch setzten sie sich und die nächsten DemonstrantInnen standen auf. Zwei AktivistInnen gelang es, durch Lücken in der Polizeikette zu schlüpfen. Kurz nach 16.00 Uhr entschlossen sich die AtomkraftgegnerInnen ihr egentlich für Klein Gusborn geplantes „Fest der Versammlungsfreiheit“ an dieser Stelle durchzuführen und die Versammlung danach zu beenden. Die AtomkraftgegnerInnen wiesen darauf hin, dass sie damit bewusst nicht den Aufforderungen der Polizei folgten, die sie dreimal aufgefordert hatte, die Versammmlung aufzulösen. „Wir entscheiden selbst, wann wir wo und wie lange demonstrieren,“ betonte Sören Janssen.
„Was hier nur symbolisch deutlich wird, ist für die Menschen hier im Wendland für mehrere Wochen bittere Realiät. Die Bewegungsfreiheit ist eingeschränkt, das Recht auf Versammlungsfreiheit ist außer Kraft gesetzt,“ erläuterte Sören Janssen, Pressesprecher von X-tausendmal quer die Aktion. „Ziviler Ungehorsam ist dann legitim, wenn die Gesetze eines Staates nicht mehr die Interessen seiner Bürge- rInnen schützen, sondern sich gegen sie richten. Das ist hier der Fall,“ erklärte Janssen. Die Regierung ist offensichtlich bereit für die Profitinteressen der Energiekonzerne selbst Grundrechte außer Kraft zu setzen und über eine ganze Region den Ausnahmezustand zu verhängen,“ so Janssen. Dies sei weder politisch noch juristisch zu rechtfertigen. „Dagegen wehren wir uns offen und gewaltfrei.“ X- tausend-.mal quer plant in den nächsten Tagen eine gewaltfreie Sitzblockade auf der Transportstrecke.
- Sören Janssen (Pressesprecher): - Rasmus Grobe (Pressesprecher): (10.11.02)
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Wir lassen uns das Demonstrieren nicht verbieten | 11.11.02 CASTOR-Alarm
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