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Ziviler Ungehorsam gegen Demonstrationsverbot
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200 Menschen auf der Castor-Transportstrecke Ziviler Ungehorsam gegen Demonstrationsverbot
Dannenberg. Über 200 AtomkraftgegnerInnen der Kampagne X-tausendmal quer haben heute in Groß Gusborn mit einer Aktion Zivilen Ungehorsams gegen das entlang der Castor- Transportstrecke geltende Demonstrationsverbot demonstriert. Unter dem Motto „Wir sind so frei“ versuchten die AtomkraftgegnerInnen in Groß Gusborn in die Demonstrationsverbotszone hineinzugehen. Dort wurde aus der Demonstration eine Aktion Zivilen Ungehorsams.
Gegen 14.40 überschritten die AtomkraftgegnerInnen in Groß Gusborn die Grenze zur Demonstrationsverbotszone. Nachdem die Polizei sie darauf hingewiesen hatte, dass sie die Demonstrationsverbots betreten hätten, setzten sich die AtomkraftgegnerInnen in dieser Zone auf die Straße. Nach einger Zeit erging die erste Aufforderung der Polizei die Versammlung aufzulösen. Um 15.20 erging die nächste Aufforderung - diesmal von Seiten der DemonstrantInnen. „Dies ist eine Aufforderung an die Polizei. Hier sprechen BürgerInnen und Bürger. Sie verstoßen gegen das Grundgesetz und gegen die allgemein Erklärung der Menschenrechte. Wir fordern Sie auf, die Straße freizumachen,“ erklärte Jochen Stay von der X-tausendmal quer per Lautsprecher an die PolizistInnen.
Als keine Reaktion erfolgte, standen aus der Menge der sitzenden DemonstrantInnen jeweils einige Menschen auf, gingen einzeln auf die PolizistInnen zu und versuchten im Gespräch und mit gewaltfreien Mitteln, durch die dichte Polizeikette zu gehen. Nach gescheitertem Versuch setzten sie sich und die nächsten DemonstrantInnen standen auf. Zwei AktivistInnen gelang es, durch eine Lücke in der Polizeikette zu gehen. „Was hier nur symbolisch deutlich wird, ist für die Menschen hier im Wendland für mehrere Wochen bittere Realiät. Die Bewegungsfreiheit ist eingeschränkt, das Recht auf Versammlungsfreiheit ist außer Kraft gesetzt,“ erläuterte Sören Janssen, Pressesprecher von X-tausendmal quer die Aktion. „Ziviler Ungehorsam ist dann legitim, wenn die Gesetze eines Staates nicht mehr die Interessen seiner BürgerInnen schützen, sondern sich gegen sie richten. Das ist hier der Fall,“ erklärte Janssen. Die Regierung ist offensichtlich bereit für die Profitinteressen der Energiekonzerne selbst Grundrechte außer Kraft zu setzen und über eine ganze Region den Ausnahmezustand zu verhängen,“ so Janssen. Dies sei weder politisch noch juristisch zu rechtfertigen. „Dagegen wehren wir uns offen und gewaltfrei.“ X-tausend-mal quer plant in den nächsten Tagen eine gewaltfreie Sitzblockade auf der Transportstrecke.
- Sören Janssen (Pressesprecher) - Rasmus Grobe (Pressesprecher) (11.11.02)
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