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ISSN 1610-0611
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Friedensbewegung: Protest gegen den Krieg

Friedensbewegung: Protest gegen den Krieg

- Friedensbewegung bereitet bundesweite Demonstration in Berlin vor
- Zwischen den Jahren: Weiße Tücher
- Appell an die Bundesregierung

Am Wochenende traf sich in Berlin ein Koordinierungsausschuss aus über
40 Vertreterinnen und Vertreter verschiedener Friedensorganisationen, um
den europaweiten Protesttag gegen den Krieg am 15. Februar
vorzubereiten. Wie der Bundesausschuss Friedensratschlag mitteilt, wurde
ein gemeinsamer Aufruf verabschiedet, mit dem die Friedensbewegung gegen
den Krieg mobilisieren will. Darin wird den USA vorgeworfen, es gehe in
ihrem von langer Hand vorbereiteten Krieg gegen Irak "nicht um
Menschenrechte und Demokratie, nicht primär um den Kampf gegen den
internationalen Terrorismus oder um angebliche irakische
Massenvernichtungswaffen, sondern um politische und wirtschaftliche
Interessen in einer der ölreichsten Regionen der Erde". Der Krieg treffe
vor allem die Bevölkerung, die ohnehin schon unter dem jahrelangen
Embargo und unter dem diktatorischen Regime Saddam Husseins leide. (Der
Aufruf wird Anfang Januar veröffentlicht.)

Am Treffen der Friedensbewegung in Berlin nahmen u.a. neben dem
Bundesausschuss Friedensratschlag die Friedensorganisationen der beiden
großen christlichen Kirchen, pax christi und AGDF-Arbeitsgemeinschaft
Dienst für den Frieden, die Ärzteorganisation IPPNW,
Gewerkschaftsvertreter, die Bonner Friedenskooperative, verschiedene
regionale Friedensgruppen aus West- und Ostdeutschland sowie eine Reihe
Berliner Gruppen teil.

Die bundesweite Demonstration soll am 15. Februar in Berlin stattfinden.
An diesem Tag, so hatte es im November das Europäische Sozialforum in
Florenz beschlossen, sollen in vielen europäischen Großstädten Millionen
von Menschen gegen den Krieg demonstrieren.

Für die Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr sollen die Menschen ihren
Protest gegen den drohenden Irak-Krieg mit sichtbaren Zeichen der
Solidarität und des Friedens bekunden. Hierzu eignen sich weiße Tücher,
die an Häusern, Fenstern oder Balkonen angebracht werden, Anzeigen in
regionalen Zeitungen, Friedensgebete in Kirchen oder Mahnwachen an
zentralen Plätzen. Der Bundesausschuss Friedensratschlag selbst wird am
Heiligen Abend in überregionalen Zeitungen großformatige Anzeigen gegen
den Krieg veröffentlichen, wozu über 1.000 Menschen ihre Unterschrift
geleistet und Geld gespendet haben.

Der Bundesausschuss Friedensratschlag begrüßt den Appell des
Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland, Manfred Kock,
wonach die rheinische Kirche zu "Friedensgottesdiensten aufrufen" werde.
Kock hat am vergangenen Montag die Bundesregierung aufgefordert, bei der
Ablehnung jeder deutschen Beteiligung an einem Irak-Krieg "stark" zu
bleiben.
Die Friedensbewegung stehe auch "voll" hinter der Aufforderung der
grünen Bundestagsvizepräsidentin Antje Vollmer vom Freitag, Europa solle
sich lautstark gegen den Krieg äußern. Der Stimme gegen den Krieg
müssten aber auch eindeutige Taten folgen. Dazu gehöre nach Meinung
eines Sprechers des Friedensratschlags, dass die Bundesregierung
konkrete Maßnahmen einleitet: etwa den Rückzug der Spürpanzer aus Kuwait
und der Marine aus der Golfregion. Auch dürfen den USA keine
Überflugsrechte und keine Nutzung der US-Stützpunkte in Deutschland
gewährt werden. Die bisherigen Handlungen Berlins gehen leider in die
entgegengesetzte Richtung.

Kassel, den 22. Dezember 2002
F.d. Bundesausschuss Friedensratschlag:
Dr. Peter Strutynski (Sprecher)

AG Friedensforschung an der Uni Kassel und Bundesausschuss
Friedensratschlag im Internet:
http://www.friedensratschlag.de


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