Menschenrechtsaktion in 24 Städten und Gemeinden Ratsabgeordnete sollen in Berlin um Unterstützung für Wiederaufbau kurdischer Dörfer in der Türkei werben
Engagierte Bürgerinnen und Bürger in 24 Städten und Gemeinden beteiligen sich an der bundesweiten Menschenrechtsaktion der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) zur Unterstützung des Wiederaufbaus der 3.428 zerstörten kurdischen Dörfer in der Türkei. Dem Bürgermeister, einem oder mehreren Ratsabgeordneten wird am heutigen Mittwoch ein Vorschlag der GfbV für eine Entschließung des jeweiligen Gemeinde- oder Stadtrates übergeben, in dem Außenminister Joschka Fischer und Entwicklungshilfeministerin Heidemarie Wieczorek- Zeul aufgefordert werden, sich bei der türkischen Regierung für den Wiederaufbau und die Rückkehr der rund 2,5 Millionen Kurden unter ihnen auch assyrisch-aramäische Christen einzusetzen. Die Menschenrechtsaktion ist Teil der GfbV-Kampagne für Rückkehr, Wiederaufbau und Versöhnung der Volksgruppen in der Türkei.
„Mit der Übergabe der Entschließungsvorschläge wollen wir auch daran erinnern, dass unsere Lokalpolitiker Einfluss auf die Bundesregierung nehmen können“, sagte der GfbV-Generalsekretär Tilman Zülch in Göttingen. „Wir hoffen sehr, dass möglichst viele Städte- und Gemeinderäte unseren Entschließungsvorschlag annehmen und dann den darin formulierten Appell an Fischer und Wieczorek-Zeul richten. Denn unter den 700.000 Kurden in Deutschland sind auch viele Familien, die vor dem Bürgerkrieg geflohen sind. Viele von ihnen würden in ihre Dörfer zurückkehren, wenn diese wiederaufgebaut werden und die Rückkehr erlaubt wird.“
Nach Jahrzehnten des türkisch-kurdischen Bürgerkrieges sei die Lage in der kurdischen Region der Südosttürkei noch hoffnungslos, heißt es in dem Entschließungsvorschlag. Doch obwohl das Ende des Bürgerkrieges nun schon etwa drei Jahre zurückliege, sei der Wiederaufbau noch nicht vorangekommen. Denn politische und bürokratische Hürden verhinderten die Rücksiedelung der Vertriebenen, die zumeist in erbärmlichen Verhältnissen am Rande der Großstädte des kurdischen Siedlungsgebietes und der übrigen Provinzen der Türkei ihr Leben fristeten. Selbst Kleinkinder müssten arbeiten oder betteln, um einen Beitrag für das Überleben ihrer oft nur in Bretterbuden lebenden Familien zu leisten. Dieses Elend der vertriebenen kurdischen Kinder, Frauen und Männer dürfe nicht l änger hingenommen werden: „Es ist höchste Zeit, dass Deutschland und Europa sich für diese 2,5 Millionen Vertriebenen einsetzen. Dies wäre auch deswegen wichtig, damit nicht weitere Tausende kurdischer Flüchtlinge in Deutschland Schutz suchen müssen.“
An der GfbV-Menschenrechtsaktion beteiligen sich: Aachen, Altötting, Bad Oeynhausen, Bad Zwischenahn, Barnstorf, Berlin, Dresden, Düsseldorf, Eichstätt (am 19.12.), Eisenach, Erfurt, Frankfurt/Oder, Freiburg, Göttingen, Kassel, Koblenz, Lorch, München, Münster, Nürnberg, Oberursel (jedoch erst im Februar kurz vor der nächsten Ratssitzung), Rastede, Rödelsee (am 17.12.), Uelzen
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