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10-Punkte-Plan unbrauchbar
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DGB: 10-Punkte-Plan der CDU unbrauchbare Wahlkampfinszenierung
Als "überflüssige Neuauflage eines gescheiterten Wahlkampfkonzeptes" hat der DGB-Vorsitzende Michael Sommer die von der CDU vorgestellten "10 Punkte für Wachstum und Arbeit" bezeichnet. Die Vorschläge seien für die Überwindung der Jobmisere "unbrauchbar" und würden Missbrauch Tür und Tor öffnen.
Entschieden wies Sommer am Dienstag in Berlin die erneute Forderung der CDU nach "betrieblichen Bündnissen" zurück: "Das ist ein klarer Angriff auf die Tarifautonomie." Die Pläne der CDU würden Tarifverträge wirkungslos und Betriebsräte wie Belegschaften erpressbar machen, kritisierte der DGB-Vorsitzende.
"Die Steuer- und Sozialabgabenfreiheit für Zweitjobs bis zu 500 EuroEUR würde zu einer weitreichenden Aufspaltung bestehender Arbeitsverhältnisse und zu riesigen Ausfällen bei Steuern und Sozialabgaben führen, ohne dass auch nur ein Arbeitsloser zusätzlich eingestellt würde", erklärte Michael Sommer. Dies gelte gleichfalls bei ersatzloser Streichung der Regelungen zur Scheinselbstständigkeit. Bei einer Anhebung der Verdienstgrenze für eine geringfügige Beschäftigung von 325 Euro auf 500 Euro würde es in den Sozialsystemen gleichfalls enorme Beitragsausfälle geben. Auch die soziale Sicherung von Geringverdienern würde sich deutlich verschlechtern.
Der DGB-Vorsitzende erinnerte daran, dass u.a. die Möglichkeiten der befristeten Beschäftigung mehrfach ausgeweitet wurden, ohne dass sich die Chancen der Arbeitslosen nachhaltig verbessert hätten. Vielmehr erleichtere dies den Personalabbau in Krisenzeiten. Entgegen weit verbreiteter Meinung sei zum Beispiel der Kündigungsschutz in den Niederlanden weit strenger als bei uns. Dort gebe es bei jeder individuellen Kündigung einen Genehmigungsvorbehalt des Arbeitsamtes, der für Eingriffe in den Arbeitsmarkt genutzt werden kann, um u.a. die Kündigung von Älteren oder Frauen zu erschweren. Dagegen wolle die Union den Druck auf Ältere und schlechter Qualifizierte erhöhen, jede Vertragsbedingung zu akzeptieren.
Als "schlichtweg falsch" bezeichnete Sommer die Behauptung, der Teilzeitanspruch sei ein Einstellungshindernis für junge Frauen. "Tatsächlich ist durch den Teilzeitanspruch die Zahl der Teilzeitarbeitsplätze gestiegen. Damit haben gerade junge Frauen die Möglichkeit, Beruf und Familie besser zu vereinbaren", erklärte der DGB-Vorsitzende. Eine Abschaffung des Teilzeitanspruches würde bedeuten, die spürbar positiven Effekte für Eltern mit Kindern wieder rückgängig zu machen. Im übrigen habe sich gezeigt, dass weder die Gerichte noch die Arbeitgeber nennenswerte Schwierigkeiten mit diesem Anspruch haben, wie es von CDU unterstellt wurde.
--------------------------------------------------------------- DGB Bundesvorstand Pressestelle Verantwortlich: Hans-Jürgen Arlt 03.12.02
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