Titel Hamburg Initiativen Hamburg-Termine Inland International Magazin Archiv Suchen
Inland:
Inland


Themen:
Bürger- und Zivilgesellschaft
  SeniorInnen
  Castor
Bildung • Schule • Beruf
Kinder u. Jugend
Datenschutz
Kultur
  Literatur
  Film
Mensch & Tier
Soziales • Gesundheit • Miteinander
Menschen- u. Bürgerrecht • Asyl
Gewerkschaften
Report
Umwelt & Natur
Verbraucher
  Trans Fair
Wirtschaft
Presse- u. Informationsfreiheit


Service:
Impressum
ISSN 1610-0611
Information
Intern
Newsletter
Archiv


Ablehnung: Ausweitung der Selbstbeteiligung

Gesundheit:

ver.di lehnt die Ausweitung der Selbstbeteiligung der Patienten ab

"Eine Sanierung der Einkommen der Lobbyisten durch verstärkte
Selbstbeteiligung von Patientinnen und Patienten wird von ver.di
abgelehnt", kommentierte das zuständige ver.di-Bundesvorstandsmitglied
Beate Eggert die Vorschläge, die am 12. September unter anderem vom
Hartmannbund, der Bundesärztekammer und der Kassenärztlichen
Bundesvereinigung auf einer Pressekonferenz vorgelegt wurden. Diese
Vorschläge träfen vor allem die chronisch Erkrankten, also Menschen, die
auf ein solidarisches Gesundheitssystem besonders angewiesenen seien. Die
Behauptung, nur mit mehr Geld könne eine menschliche Medizin garantiert
werden, verzerre die Problematik und sei der falsche Ansatz für eine
zukunftssichere Reform des Gesundheitswesens.

Auch die grundsätzliche Akzeptanz einer Einführung von Wahl- und
Pflichtleistungen, die der Präsident der Bundesärztekammer, Prof. Hoppe,
betonte, stößt auf die strikte Ablehnung von ver.di. "Wahlleistungen sind
Zahlleistungen, die sich dann nur noch Reiche leisten können. Es ist nicht
hinzunehmen, das wieder einmal nur die Armen, Alten und chronisch Kranken
ihren Beitrag zu einer Gesundheitsreform leisten sollen", erklärte Beate
Eggert. Chronisch Kranke könnten eben nicht einfach Abstriche an
Gesundheitsleistungen vornehmen. "Die Absicht des Ärztekammerpräsidenten,
Kranke durch Beitragsrückerstattungen erziehen zu wollen, ist zynisch",
meinte Beate Eggert. "80 Prozent der Gesundheitsausgaben werden für
chronisch Erkrankte aufgewendet. Sie sind auf die Leistungen einer starken
gesetzlichen Krankenversicherung angewiesen."

"ver.di fordert dagegen den Abbau der Über-, Unter- und Fehlversorgung im
Gesundheitssystem", erklärte Eggert. "Wenn eine qualitative Verbesserung
unseres Systems erfolgt, ist für die Gesundheitsversorgung aller genug
Geld vorhanden." Das Problem des deutschen Gesundheitswesens sei nicht
eine mangelnde Finanzierung, sondern ein nur mittelmäßiges Ergebnis trotz
der höchsten Ärztedichte weltweit. "Daher muss die Qualitätsverbesserung
in das Zentrum einer künftigen Reform gestellt werden", forderte Eggert.


nach oben

--

< zurück --vorwärts > ↑ nach oben

verdi.de hat die Parteien gefragt | Willkür bei Internetnutzung am Arbeitsplatz