"Gedächtnisarbeit muss zum Kern der politischen Kultur unseres Landes werden", forderte der DGB-Vorsitzende Michael Sommer anlässlich des Jahrestages der Pogromnacht am 9. November 1938. Er warnte vor der "Ritualisierung und Musealisierung des Erinnerns". "Es gibt keinen Schlussstrich unter die mörderischen Verbrechen der Deutschen", sagte Sommer.
Mittlerweile zeige sich Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit nicht nur an den Rändern unserer Gesellschaft, sondern artikuliere sich in deren Mitte, bis hinein in Wahlkämpfe, so Sommer. Dies gelte es zum Gegens-tand der öffentlichen Debatte zu machen, "damit aus Brand-Parolen nicht wieder Brandsätze gegen Menschen werden".
Michael Sommer hält am Sonntag im 16 Uhr die Gedenkrede in der KZ-Gedenkstätte Dachau. Dort erinnert die DGB-Jugend zum 50. Mal an den Jahrestag der Pogromnacht 1938.