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CDU-Wirtschaftsrat schädlich für Deutschland
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CDU-Wirtschaftsrat schädlich für Deutschland
"Die Forderungen des CDU-Wirtschaftsrates und einiger Universitätsprofessoren an die neue Bundesregierung zu strukturellen Reformen in Deutschland gehen an den eigentlichen Ursachen der Arbeitslosigkeit völlig vorbei", sagte DGB-Vorstandsmitglied Heinz Putzhammer am Mittwoch in Berlin. Die Arbeitsmarktprobleme seien nicht auf zu geringe Flexibilität des Arbeitsmarktes und zu hohe Sozialstandards zurückzuführen, sondern Folge der ungünstigen makroökonomischen Rahmenbedingungen und der damit verbundenen geringen Wachstumsdynamik. Eine beschäftigungsorientierte Politik müsse daher auch genau an dieser Stelle angreifen. "Der Deutsche Gewerkschaftsbund stellt sich nicht grundsätzlich gegen strukturelle Reformen", so Putzhammer, "sie müssen aber darauf geprüft werden, ob sie tatsächlich helfen, die Arbeitslosigkeit abzubauen. Die meisten Vorschläge zu strukturellen Reformen genügen dieser Anforderung nicht".
Der Versuch, die hohe Arbeitslosigkeit in Deutschland mit der zu hohen Regulierungsdichte und den zu hohen Sozialstandards zu erklären, leide an einem entscheidenden Mangel. Mit der institutionellen Ausgestaltung des Arbeitsmarktes und dem Niveau der sozialen Sicherung könnten Niveau und Entwicklung der Arbeitslosigkeit weder im zeitlichen Verlauf noch im internationalen Vergleich eindeutig erklärt werden.
In Deutschland sei die Regulierung bis zu Beginn der neunziger Jahre ausgeprägter und die Sozialstandards höher gewesen als heute. Auch die Steuerbelastung auf Gewinn- und Vermögenseinkommen sei deutlich zurückgegangen. Die so genannten Angebotsbedingungen hätten sich also in den neunziger Jahren tendenziell verbessert und nicht verschlechtert. Die Arbeitslosenquote sei aber gleichwohl im Trend gestiegen. Im internationalen Vergleich gäbe es zudem Länder mit einer höheren Regulierungsdichte und höheren Sozialstandards als in Deutschland und dennoch geringerer Arbeitslosigkeit und umgekehrt.
Sowohl die Entwicklung als auch internationale Unterschiede der Arbeitslosigkeit könnten aber mit den gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen und der konjunkturellen Dynamik erklärt werden. Dort gelte es anzusetzen. "Der DGB sagt Ja zu Arbeitsmarktreformen, wie beispielsweise den Vorschlägen der Hartz-Kommission, die die Effizienz der Arbeitsmarktvermittlung erhöhen. Er sagt aber Nein zu rein ideologisch motivierten Vorschlägen zur Deregulierung und zur schlichten Kostensenkung, weil sie schädlich für Deutschland sind. Was Deutschland und Europa aber vor allem brauchen, ist eine gesamtwirtschaftliche Wirtschaftspolitik, die konsequent auf Expansion ausgerichtet ist", so Putzhammer.
--------------------------------------------------------------- DGB Bundesvorstand Pressestelle Verantwortlich: Hans-Jürgen Arlt PM 237 25.09.02
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