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ISSN 1610-0611
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DGB: Ausbildungsmarkt bricht weiter ein

DGB: Ausbildungsmarkt bricht weiter ein

"Ende September standen fast 15 Prozent mehr unvermittelte
Ausbildungsplatzbewerberinnen und -bewerber vor den Türen der Arbeitsämter als noch 2001. Gleichzeitig ist die Zahl unbesetzter Ausbildungsplätze um 27 Prozent zurückgegangen: Wir bieten in Deutschland ausbildungswilligen und ausbildungssuchenden jungen Leuten nach Ende der Schulzeit oft keine Startchance in die Arbeitswelt", erklärte DGB-Vorstandsmitglied Ingrid Sehrbrock am Mittwoch in Berlin. Anlass sind die aktuellen Ausbildungsplatzzahlen, die ausweisen, dass mehr als 23.000
Ausbildungsplatzsuchende Ende September noch keinen Ausbildungsplatz
gefunden hatten.

"Handwerk, Handel und Industrie verringern heute ihre
Ausbildungsbereitschaft und werden morgen zu wenig ausgebildete Fachkräfte haben", sagte Sehrbrock. Dies sei nicht nur betrieblich kurzsichtig, sondern auch eine schwere gesellschaftliche Hypothek für Deutschland. "Diese Jugendlichen erleben ihren Schritt von der Schule in die Arbeitswelt nicht als Einstieg in einen neuen Lebensabschnitt, sondern als Stolperstein", so die Gewerkschafterin. Zudem würden mehr als 55.000 Jugendliche - die jetzt in vorübergehenden Maßnahmen versorgt werden - im kommenden Jahr wieder auf den Ausbildungsmarkt drängen.

Die bundesweit unzureichende Zahl von Ausbildungsplätzen, das nicht
eingelöste Ausbildungsversprechen aus dem Bündnis für Arbeit und die
unzureichende Bereitschaft vieler Unternehmen, Fachkräfte für die zukünftige
Entwicklung auszubilden, erfordern nach Auffassung des Deutschen
Gewerkschaftsbundes (DGB) eine rasche und durchgreifende Modernisierung des Systems der Berufsausbildung, denn auch im kommenden Vermittlungsjahr ist mit einer zunächst noch weiter steigenden Zahl von Bewerberinnen und Bewerbern zu rechnen. Für die jetzt noch unvermittelten "Altbewerber" ruft der DGB alle Betriebs- und Personalräte auf, sich in ihren Arbeitsbereichen für weitere, zusätzliche Ausbildungsplätze zu engagieren.

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DGB Bundesvorstand Pressestelle
Verantwortlich: Hans-Jürgen Arlt

PM254
09.10.02


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