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DGB fordert Erwerbstätigenversicherung
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DGB fordert Erwerbstätigenversicherung
In der Debatte um die Reform der sozialen Sicherung forderte die stellvertretende DGB-Vorsitzende Ursula Engelen-Kefer am Mittwoch in Berlin eine umfassende Erwerbstätigenversicherung. "Es gibt immer weniger Berechtigung dafür, dass lediglich Arbeiter und Angestellte und deren Arbeitgeber bis zur Beitragbemessungsgrenze die Beiträge für die solidarische Sozialversicherung aufbringen müssen", sagte Engelen-Kefer.
Insbesondere die erhebliche Zunahme neuer Arbeitsformen mache eine solidarische Erwerbstätigenversicherung notwendig. "Es muss uns gelingen, die solidarische Sicherung so umfassend wie möglich zu organisieren", sagte die stellvertretende DGB-Vorsitzende. Das gelte vor allem für Selbständige und Beschäftigte, die zwischen abhängiger Beschäftigung und Selbständigkeit wechselten. Schon heute verfügten rund 15 Prozent von ihnen über keinerlei Alterssicherung, so die Gewerkschafterin. "Damit würden wir Altersarmut verhindern und gleichzeitig die Basis der solidarischen Rentenversicherung stärken", sagte Engelen-Kefer.
Um dieses Ziel zu erreichen forderte die stellvertretende DGB-Vorsitzende ein Ende der Hysterie in der Reformdebatte. "Die Schnellschüsse der letzten Tage und Wochen bringen uns keinen Schritt weiter, sondern ersticken die Hoffnung und das Vertrauen auf tragfähige Reformen für die solidarische Altersversorgung", sagte Engelen-Kefer. Eine pauschale Erhöhung der Altersgrenzen in der gesetzlichen Rentenversicherung lehne der DGB ab. Schon heute hätten ältere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer kaum eine Möglichkeit, bis zur Regelaltersgrenze von 65 Jahren zu arbeiten. "Nur noch jedes zweite Unternehmen in Deutschland beschäftigt Menschen über 50 Jahre", sagte Engelen-Kefer. So liege das tatsächliche Renteneintrittsalter in Deutschland bei 60,2 Jahren. "Es wäre aus humanen, aber auch aus finanziellen Gründen viel gewonnen, wenn ältere Arbeitnehmer wieder die Chance bekommen würden, länger im Erwerbsleben zu bleiben", betonte Engelen-Kefer. Die Arbeitgeber könnten durch eine phantasievollere Personalpolitik und humanere Arbeitsbedingungen selbst dazu beitragen, die Rentenversicherung wirksam zu entlasten.
Der DGB tritt für einen Ausbau der tariflichen betrieblichen Altersversorgung ein - als Ergänzung und nicht als Ersatz für die gesetzliche Alterssicherung. Hierzu gibt es Tarifverträge für 18,8 Millionen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Diese sollten, nach Ansicht des DGB, genutzt werden, da sie für Arbeitnehmer leistungsfähiger sind, als die rein private Altersvorsorge. --------------------------------------------------------------- DGB Bundesvorstand Pressestelle Verantwortlich: Hans-Jürgen Arlt Henriette-Herz-Platz 2,10178 Berlin, Germany 04.12.02
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