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"Neue Bildungsexpansion in Deutschland"
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"Neue Bildungsexpansion in Deutschland"
Frankfurt – „Als Attest für einen 30-jährigen bildungspolitischen Stillstand“ bezeichnete die GEW-Vorsitzende Eva-Maria Stange die jüngsten Ergebnisse der OECD-Studie „Bildung auf einen Blick“. „Während die OECD-Länder weltweit den Ausbau der Hochschulausbildung vorantreiben, tritt Deutschland auf der Stelle“, stellte Stange angesichts der neuen OECD-Zahlen fest.
Gemessen am Anteil der Akademiker in der Bevölkerung sei Deutschland in den letzten drei Jahrzehnten von Rang 12 auf Rang 23 im internationalen Vergleich abgesackt. In den OECD-Staaten hingegen sei der Anteil der Schülerinnen und Schüler im tertiären Bereich um 24 Prozent gestiegen.
Ein besonderes deutsches Problem sieht Stange in dem geringen Anteil der Studienberechtigten am Schülerjahrgang. Während in Deutschland nur 37 Prozent eine Hochschulzugangsberechtigung hätten, liege der OECD-Durchschnitt bei 64 Prozent. „Selbst wenn wir die Akademikerquote erhöhen wollten, wäre dies auf Anhieb nicht möglich“, sagte die GEW-Vorsitzende.
Vor diesem Hintergrund forderte sie eine „neue Bildungsexpansion“. Deutschland brauche „deutlich mehr junge Menschen mit qualifizierten Bildungsabschlüssen“. Vor allem müssten auch Absolventen der beruflichen Bildung einen „breiteren Zugang“ zur Hochschule erhalten.
Bildungsexpansion fange jedoch nicht erst beim Abitur an, erklärte Stange. Sie beginne bereits mit der „Förderung der Kleinsten“. Stange bekräftigt deshalb die GEW-Forderung, die Schwerpunkte im Bildungssystem zugunsten der frühkindlichen Bildung zu verlagern. In diesem Sinne müsse der Kindergarten ausgebaut und dem Bildungsbereich angegliedert werden. In diesem Zusammenhang begrüßte Stange die Initiative der Bundesregierung zum Ausbau der Kinderbetreuung und des Angebots an Ganztagsschulen. „Wenn Bund und Länder diesen Weg gemeinsam konsequent gehen, sieht das Bildungssystem in zehn Jahren anders aus und Deutschland gehört nicht länger zu den OECD-Schlusslichtern“, sagte die GEW-Vorsitzende.
Frankfurt, den 29.10.2002
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