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Öffnungsklauseln sind kontraproduktiv
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Öffnungsklauseln sind kontraproduktiv
"Öffnungsklauseln im Besoldungsrecht sind kontraproduktiv und scha-den Staat, Bürgern und Beschäftigten", sagte DGB-Vorstandsmitglied Ingrid Sehrbrock am Donnerstag in Berlin. Stattdessen forderte sie eine nachhaltige Strategie zur Sicherung der Qualität öffentlicher Dienstleis-tungen. Bei Haushaltskrisen falle den Dienstherren nichts anderes ein, als beim Personal zu kürzen, so Sehrbrock. Strukturelle Verbesserungen im öffentlichen Dienst ließen sich so nicht erreichen. "Was heute einge-spart wird, muss morgen teuer bezahlt werden", sagte Sehrbrock. Die Gewerkschafterin kritisierte insbesondere, dass die öffentlichen Arbeit-geber die gängigen Klischees vom öffentlichen Dienst gegen ihre Be-schäftigten bedienen würden: "Die Beschäftigten sind Leidtragende, nicht Verursacher der Haushaltskrisen". Berlin sei das beste Beispiel für Misswirtschaft durch die Politik.
Sehrbrock wandte sich damit gegen eine Initiative des Landes Berlin, die es den Ländern ermöglichen soll, bis zu zehn Prozent von der bundes-einheitlichen Beamtenbesoldung abzuweichen. "Die Folge werden Per-sonalmängel in den ärmeren Bundesländern sein", sagte Sehrbrock. Gerade diejenigen, die besonders laut nach Öffnungsklauseln riefen, bekämen in der Zukunft große Probleme, ihre Beamtinnen und Beamten zu halten. "Allein der Besoldungsunterschied zwischen Ost und West hat in den vergangenen Jahren zu einem Mangel an Lehrerinnen und Lehrern in den neuen Ländern geführt", sagte Sehrbrock. Die Folge sei Unterrichtsausfall an den Schulen. Ähnliches gelte für Polizei und Feu-erwehr: "Sicherheitsbedürfnisse der Bevölkerung dürfen nicht einseitig der Haushaltspolitik geopfert werden". Die Länder würden zudem gege-bene Spielräume gar nicht ausnutzen.
Lösungsansätze sieht der DGB vor allem in Motivationsanreizen, einer Teilzeitoffensive im öffentlichen Dienst, der Verschlankung von Hierar-chien und der Verbesserung von Verwaltungsabläufen. "Die Verwaltung muss in ihrer Leistungs- und Problemlösungsfähigkeit gestärkt, nicht geschwächt werden", sagte Sehrbrock. Der DGB habe in den vergange-nen Jahrzehnten verschiedene Modernisierungsvarianten vorgeschla-gen, um dem nun eingetretenen Reformstau vorzubeugen.
--------------------------------------------------------------- DGB Bundesvorstand Pressestelle Verantwortlich: Hans-Jürgen Arlt
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