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ISSN 1610-0611
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Realeinkommen steigen- Banken sind Schlusslicht

Sommer: Realeinkommen steigen - Banken sind Schlusslicht

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) hat eine erste positive Bilanz der
Tarifrunde 2002 gezogen. "Mit Tarifabschlüssen von mehr als drei Prozent
haben wir einen deutlichen Anstieg der realen Einkommen erreicht", sagte der
DGB-Vorsitzende Michael Sommer am Mittwoch in Berlin. Die Bandbreite der
Tarifabschlüsse aus dem ersten Halbjahr schwanke zwischen drei und vier
Prozent. Der neutrale Verteilungsspielraum von gut drei Prozent sei damit
weitgehend ausgeschöpft worden. "Die Einkommen der Beschäftigten sind
stabilisiert und die Binnennachfrage ist gestärkt", sagte Sommer.

Nur die Bank-Arbeitgeber hätten wegen ihrer ungewöhnlich radikalen Haltung
einen Tarifabschluss bisher blockiert. "Es ist einzigartig in der
Tarifpolitik, dass eine Branche drastische Tarifgehaltskürzungen von bis zu
35 Prozent verlangt, um variable Gehälter einzuführen", kritisierte der
DGB-Vorsitzende. Es sei mit freien Tarifverhandlungen nicht vereinbar, wenn
Arbeitgeber wie die Banken, drastische Gehaltskürzungen als Vorbedingung für
einen Tarifabschluss forderten. "Die Bankangestellten wehren sich zurecht
mit immer neuen Streiks gegen diese unzumutbaren Vorbedingungen", sagte
Sommer.

Sommer forderte die Arbeitgeberverbände auf, den seit fünf Monaten
schwelenden Tarifkonflikt endlich zu beenden. "Es verträgt sich nicht mit
dem Prinzip des sozialen Ausgleichs, wenn eine der stärksten Branchen in
unserer Wirtschaft mit einem monatelangen Tarifkonflikt das Schlusslicht in
der Tarifrunde bildet und als einzige Branche Gehaltskürzungen durchboxen
will", sagte Sommer.

Die Forderungen der Banken nach Kürzungen von Tarifgehältern seien auch
bedeutend für andere Branchen. Wenn eine damit beginne, würde über kurz oder
lang das Thema von Lohnkürzungen in Tarifverträgen auch in anderen Branchen
auf den Tisch kommen. "Das werden wir verhindern", kündigte Sommer an.
Sollten sich die Banken nicht kompromissfähig zeigen, werde der DGB die
Bankangestellten und ver.di bei weiteren Streiks im Herbst unterstützen.

DGB Bundesvorstand Pressestelle
Verantwortlich: Hans-Jürgen Arlt


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