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ISSN 1610-0611
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Sozial gerechte Modernisierung vorantreiben


Sommer: Jetzt die sozial gerechte Modernisierung vorantreiben

Als politischen Auftrag, die sozial gerechte Modernisierung Deutschlands
voranzubringen, bewertet DGB-Vorsitzender Michael Sommer das Ergebnis der
Bundestagswahl. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) als Stimme für Arbeit
und soziale Gerechtigkeit biete der wieder gewählten rot-grünen
Bundesregierung seine konstruktive Zusammenarbeit an, sagte Sommer am Montag
in Berlin.

"Das größte soziale Unrecht ist die Massenarbeitslosigkeit. Mehr Menschen in
Arbeit zu bringen bleibt deshalb die erste Aufgabe, die Politik, Wirtschaft
und Gewerkschaften gemeinsam lösen müssen", betonte Sommer. Die Vorschläge
der Hartz-Kommission umzusetzen, die öffentlichen und privaten Investitionen
zu erhöhen und die beschäftigungswirksame Verteilung der Arbeitszeiten
durchzusetzen, seien dabei wichtige Schritte. Die Zukunft der Arbeit bilde
insgesamt eine herausragende Gestaltungsaufgabe. Das Wahlergebnis biete die
Chance, Konzepte zu entwickeln, die mehr Flexibilität und soziale Sicherheit
miteinander verbinden, die auf die gleichberechtigte Beteiligung der
Beschäftigten setzen und ökologisch orientierte Wachstumspfade fördern.

Einer modernen Gesellschaft unwürdig sei die nach wie vor herrschende
Benachteiligung der Frauen. Mit der Gleichstellung der Geschlechter müsse
endlich ernst gemacht werden. Dafür seien besonders die Vereinbarkeit von
Familie und Beruf, die Einkommen und die Karrierechancen von Frauen zu
verbessern.

Eine breit angelegte Bildungsreform muss nach Auffassung des
DGB-Vorsitzenden zum Kerngeschäft der neuen rot-grünen Amtsperiode gehören.
"Noch immer haben Kinder aus Haushalten mit unterdurchschnittlichen
Einkommen schlechtere Bildungschancen als der Nachwuchs gut situierter
Familien. Um Begabungen wecken und die Qualifizierung fördern zu können,
muss diese soziale Selektion unseres Bildungssystems beendet und
lebensbegleitendes Lernen möglich gemacht werden."

Als besonders erfreulich bewertete es der DGB-Vorsitzende, dass die
freidemokratische Politik der Rücksichtslosigkeit und der sozialen Kälte auf
so breite Ablehnung gestoßen sei. Für die Zukunft der gewerkschaftlichen
Arbeit, für die Zukunft des Sozialstaates insgesamt sei es auch wichtig,
dass die Gewerkschaften nicht mit Angriffen auf die Tarifautonomie und auf
Arbeitnehmerrechte rechnen und deshalb ihre Kräfte nicht für Verteidigungs-
und Abwehrkämpfe einsetzen müssten. "Wir können zuversichtlich nach vorne
blicken und uns für einen neuen Sozialkontrakt stark machen, der sich auf
die sozial gerechte Modernisierung unseres Landes konzentriert."



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DGB Bundesvorstand Pressestelle
Verantwortlich: Hans-Jürgen Arlt


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