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ISSN 1610-0611
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Tarifpolitik im Dienste der Chancengleichheit

Tarifpolitik im Dienste der Chancengleichheit

Als eine der zentralen Aufgaben der Gewerkschaften bezeichnete
ver.di-Bundesvorstandsmitglied Kurt Martin die Gleichstellung von Männern
und Frauen. "Eine besondere Bedeutung kommt dabei der Tarifpolitik zu",
sagte er in seiner Rede vor dem Weltkongress der Internationalen der
Öffentlichen Dienste (IÖD) in Ottawa (Kanada). Martin erklärte, die
Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) strebe beispielsweise eine
Reform der Tarifverträge für den öffentlichen Dienst mit dem Ziel an, für
die insgesamt rund 4,8 Millionen betroffenen Beschäftigten ein
diskriminierungsfreies Tarifrecht zu verwirklichen. Kernpunkte seien
Bewertungskriterien ohne geschlechtsspezifische Benachteiligungen,
einheitliche Tarifstrukturen für Arbeiter und Angestellte und
Tarifverträge, die nicht mehr zwischen Ost und West unterscheiden. Mit
einer an den Bedürfnissen orientierten Arbeitszeitpolitik solle die
Vereinbarkeit von Familie und Beruf verbessert werden.

"Weltweit ist die Chancengleichheit im Arbeitsleben von Frauen und Männern
bei weitem nicht erreicht", unterstrich der Gewerkschafter. Bei den
Löhnen, den beruflichen Aufstiegsmöglichkeiten, bei Bildung und Ausbildung
seien Frauen überwiegend benachteiligt. Auch die oft schwierige Aufgabe,
Familie und Beruf zu vereinbaren, gehe meist zu Lasten von Frauen. Dies
gelte auch für Deutschland, trotz der hier in den letzten Jahren
erreichten Fortschritte, so Martin.

ver.di


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