Tarifpolitik im Dienste der Chancengleichheit
Als eine der zentralen Aufgaben der Gewerkschaften bezeichnete ver.di-Bundesvorstandsmitglied Kurt Martin die Gleichstellung von Männern und Frauen. "Eine besondere Bedeutung kommt dabei der Tarifpolitik zu", sagte er in seiner Rede vor dem Weltkongress der Internationalen der Öffentlichen Dienste (IÖD) in Ottawa (Kanada). Martin erklärte, die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) strebe beispielsweise eine Reform der Tarifverträge für den öffentlichen Dienst mit dem Ziel an, für die insgesamt rund 4,8 Millionen betroffenen Beschäftigten ein diskriminierungsfreies Tarifrecht zu verwirklichen. Kernpunkte seien Bewertungskriterien ohne geschlechtsspezifische Benachteiligungen, einheitliche Tarifstrukturen für Arbeiter und Angestellte und Tarifverträge, die nicht mehr zwischen Ost und West unterscheiden. Mit einer an den Bedürfnissen orientierten Arbeitszeitpolitik solle die Vereinbarkeit von Familie und Beruf verbessert werden.
"Weltweit ist die Chancengleichheit im Arbeitsleben von Frauen und Männern bei weitem nicht erreicht", unterstrich der Gewerkschafter. Bei den Löhnen, den beruflichen Aufstiegsmöglichkeiten, bei Bildung und Ausbildung seien Frauen überwiegend benachteiligt. Auch die oft schwierige Aufgabe, Familie und Beruf zu vereinbaren, gehe meist zu Lasten von Frauen. Dies gelte auch für Deutschland, trotz der hier in den letzten Jahren erreichten Fortschritte, so Martin.
ver.di
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