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Ver.di Newsticker
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Krankenhäuser/Lufthansa/AOK-Bundesverband/Einschulungsuntersuchungen/Telekom/
Geplante Öffnungsklauseln kompensieren Nullrunde für Krankenhäuser weitgehend und bringen Mehreinnahmen von rund 400 Millionen Euro
Tarifverhandlungen für Lufthansa-Beschäftigte erneut ergebnislos vertagt
Protest gegen Umzug der AOK nach Berlin
Einschulungsuntersuchungen werden unterlaufen ver.di PUBLIK: In Deutschland sind hunderttausende Kinder armutsbedingt krank
ver.di hält für den Telekommunikationsmarkt eine Regulierungspolitik zu Gunsten des Wettbewerbs und der Verbraucher für möglich
**************************************** 12.11.2002 Stichwort Geplante Öffnungsklauseln kompensieren Nullrunde für Krankenhäuser weitgehend und bringen Mehreinnahmen von rund 400 Millionen Euro Die für Krankenhäuser in einzelnen Bereichen geplante Öffnung der stationären Behandlung für ambulante Gesundheitsversorgung bezeichnete der Vorsitzende der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di), Frank Bsirske, als entscheidenden "Paradigmenwechsel hin zu einer verbesserten Versorgung von Patientinnen und Patienten".
Wenn in Zukunft koronare Herzerkrankungen und Herzinsuffizienz, Brustkrebs in den Krankenhäusern ambulant behandelt werden könnten, könnten viele Krankenhäuser die geplante Nullrunde weitgehend ausgleichen. "Das sichert Arbeitsplätze und verschafft den Krankenhäusern Mehreinnahmen von rund 400 Millionen Euro", sagte Bsirske. Nur so ließe sich auf Dauer der Beitragssatz der gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) stabilisieren.
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12.11.2002 Lufthansa Tarifverhandlungen für Lufthansa-Beschäftigte erneut ergebnislos vertagt Ohne inhaltliche Annäherung sind am 12. November die Tarifverhandlungen zwischen der vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) und der Lufthansa vertagt worden. ver.di-Verhandlungsführer Jan Kahmann zeigte sich enttäuscht über den Ausgang der Gespräche: "Die Arbeitgeber haben uns erneut kein Angebot vorgelegt. Über den Austausch von gegensätzlichen Positionen sind wir leider nicht hinausgekommen."
In der dritten Tarifrunde würden nun die einzelnen ver.di-Forderungsbestandteile separat verhandelt. Auf der Agenda einer zweitägigen Klausur am 22. und 23. November stehe das Thema Entgeltstruktur für die Beschäftigten am Boden, die Verlängerung der Regelungen zur Übergangsversorgung für das Kabinenpersonal sei am 25. November Verhandlungsgegenstand und um die Vergütung für die rund 52.000 Beschäftigten gehe es am 6. Dezember. "Wir erhoffen uns davon eine erhebliche Beschleunigung des Verhandlungstempos", sagte Kahmann.
Neben einer Erhöhung der aktuellen Vergütungen um neun Prozent fordert ver.di eine vom Unternehmenserfolg abhängige Gewinnbeteiligung sowie eine neue Entgeltstruktur für das Bodenpersonal und die Verlängerung des geltenden Tarifvertrages zur Übergangsversorgung beim Kabinenpersonal. Die Laufzeit soll zwölf Monate betragen.
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11.11.2002 Sozialversicherung Protest gegen Umzug der AOK nach Berlin Gegen einen Umzug des AOK-Bundesverbandes von Bonn nach Berlin hat sich der Bundesfachbereichsvorstand Sozialversicherung der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) ausgesprochen. "Angesichts der äußerst angespannten Kassenlage der gesetzlichen Krankenkassen sind die enormen Kosten eines Umzugs vor den Beitragszahlern nicht vertretbar", erklärte Jochen Berking, zuständiger Bundesfachgruppenleiter. Dieses Argument sei ernst zu nehmen, zumal der Bundesrechnungshof die Wirtschaftlichkeit zweier Standorte überzeugend bestätigt habe. "Mit großer Betroffenheit" habe der ver.di-Fachbereichsvorstand zur Kenntnis genommen, dass der Verwaltungsrat des AOK-Bundesverbandes offensichtlich beabsichtige, binnen kurzer Frist den Umzug nach Berlin zu beschließen.
"Ein solcher Schritt wäre ein klarer Verstoß gegen geltendes Recht", erklärte Jochen Berking. Im Berlin-Bonn-Gesetz sei Bonn als Standort für die Institutionen des Gesundheitswesens "unmissverständlich" festgeschrieben. Zugleich löse ein solcher Schritt der AOK "den oft beschworenen Rutschbahneffekt" aus, der bewirke, dass nicht nur die AOK-Mitarbeiter, sondern darüber hinaus mehrere tausend Mitarbeiter anderer Institutionen am Standort Bonn mit allen sozialen Folgen durch einen Umzug bedroht würden.
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10.11.2002 Gesundheit Einschulungsuntersuchungen werden unterlaufen ver.di PUBLIK: In Deutschland sind hunderttausende Kinder armutsbedingt krank Zwanzig Prozent der knapp drei Millionen sozial benachteiligten deutschen Kinder und Jugendlichen sind krank. Aufgrund ihrer schlechten Versorgung leiden sie vermehrt an Fehlernährung, Infektionskrankheiten und psychischen Erkrankungen. Das berichtete die Gewerkschaftszeitung ver.di PUBLIK in ihrer neuen Ausgabe. "Wir haben lange Zeit geglaubt, armutsbedingte Krankheiten sind ein Problem des Auslands. Aber auch bei uns erkennt man, ob ein Kind in einer sozialen Randlage groß wird", sagte Klaus Gritz, Präsident des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte der Gewerkschaftszeitung. Damit diese Kinder nicht durch das soziale Netz fallen, fordert der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte nun verstärkt Reihenuntersuchungen an Kindertagesstätten und Schulen durch den Öffentlichen Gesundheitsdienst. Diese jedoch werden nach Recherchen von ver.di PUBLIK zunehmend abgebaut. Laut Klaus Walter, Vorsitzender des Bundesverbandes der Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes, sei der Grund hierfür der Personalabbau und eine Aufgabenverschiebung bei den Gesundheitsämtern. So seien in Bremen seit 1998 zehn Prozent des Personals eingespart worden. Weiterer Abbau sei geplant - schwerpunktmäßig in der kinderärztlichen Abteilung. Inzwischen seien die Reihenuntersuchungen in Kindertagesstätten in vielen Bundesländern weggefallen, zum Beispiel in Berlin. "Wir würden regelmäßige und flächendeckende Reihenuntersuchungen ab dem Kindergartenalter zusätzlich zu den jetzigen Untersuchungen begrüßen, doch angesichts unseres Personalschlüssels wäre das leider gar nicht zu leisten", so Walter. Hartmut Schirm von der Akademie für Öffentliches Gesundheitswesen in Göttingen verweist in ver.di PUBLIK auf die alarmierende Tendenz in verschiedenen Bundesländern, sogar die Einschulungsuntersuchungen zu unterlaufen: In Bayern würden sie nicht mehr von Ärzten allein, sondern in der Regel von sozialmedizinischen Assistentinnen durchgeführt. Und in Leverkusen solle der Check nur noch von niedergelassenen Ärzten gegen Bezahlung angeboten werden - erst auf Nachfrage der Eltern untersuche das Gesundheitsamt. "Der Abbau des schulärztlichen Dienstes bedeutet eine massive Diskriminierung von sozial benachteiligten Kindern", so Schirm.
ver.di PUBLIK erscheint am 12. November. www.verdi-publik.de
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08.11.2002 Telekom ver.di hält für den Telekommunikationsmarkt eine Regulierungspolitik zu Gunsten des Wettbewerbs und der Verbraucher für möglich "Unbedingt auf den Prüfstand" soll die Aufgabenstellung der Regulierungsbehörde für den Telekommunikationsbereich, erklärte Rüdiger Schulze, Mitglied des Bundesvorstandes der Vereinten Dienstleistungsgesellschaft (ver.di). Aus ökonomischer Sicht sei es allerdings notwendig regulierungspolitische Entscheidungen zu Gunsten der Förderung und Erhaltung von Infrastrukturinvestitionen zu treffen. Darüber hinaus dürften die Interessen der Verbraucher nicht aus den Augen verloren werden. "Bis der Markt mit einem funktionierenden Wettbewerb die Anforderungen an Infrastruktur und Qualität autonom bereit stellen kann, erscheint eine Regulierung notwendig", erläuterte Rüdiger Schulze.
Bei der im nächsten Jahr anstehenden Novellierung des Telekommunikationsgesetzes käme es darauf an, solche TK-Anbieter zu fördern, die über ein eigenes Infrastrukturangebot verfügten oder ein solches aufbauen wollten. "Diese Unternehmen bieten in der Regel bessere und sicherere Arbeitsplätze als Unternehmen ohne eigene Infrastruktur", begründete Schulze diese Forderung.
Außerdem müssten die gesetzlichen Anforderungen an Qualität und Sicherheit stringent überwacht und durchgesetzt werden. "Es darf nicht sein, dass großen Anbietern Qualitätsansprüche und Datenschutzauflagen aufgezwungen werden, während sich kleinere Unternehmen mangels Kontrolle den Vorgaben entziehen", unterstrich Schulze die Forderung von ver.di.
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