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ISSN 1610-0611
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"Zivilgesellschaft" - eine vielschichtige Debatte

" Z I V I L G E S E L L S C H A F T "   -   E I N E   V I E L S C H I C H T I G E   D E B A T T E 

Jeanette Schade: "Zivilgesellschaft" - eine vielschichtige Debatte, INEF Report, Heft 59, für Entwicklung und Frieden der Gerhard-Mercator-Universität Duisburg, 2002, 85 S. kostenlos als Download hier report59.pdf
oder gegen Versandgebühr von 0,77 Euro in Briefmarken bei INEF, Geibelstraße 41, 47057 Duisburg

Schon der Titel deutet die Verwegenheit an, einen knappen Bericht über den schillernden Begriff Zivilgesellschaft zu verfassen, der der Vielschichtigkeit der Begriffsverwendungen gerecht werden will. Noch verwegener mutet es an, wenn dann neben einer Thematisierung des generellen Begriffs auch noch ein Blick auf Teilaspekte der Diskussion unter den Stichworten wie Sozialkapital, Dritter Sektor, Neue Soziale Bewegungen, Nichtregierungsorganisationen und Trisektorale Netzwerke geworfen wird. Dass solch ein kühnes Unterfangen gelingen kann, zeigt die hier kurz anzuzeigende Studie von Jeanette Schade.

Der Autorin ist es gelungen, einen kompakten und guten Einstieg in die Vielschichtigkeit der Debatten um Zivilgesellschaft zu schreiben. Ein besonderer Glücksgriff ist ihr dabei mit der konzeptionellen Anlage des fünften Abschnittes gelungen, in dem es um die soeben erwähnten Teilaspekte der Diskussion geht. Anstatt zu versuchen für jeden dieser Teilaspekte den
Sachstand der akademischen Diskussion zu ermitteln, wählte sie ein anderes Verfahren, nämlich die Auswahl von Autoren bzw. Autorengruppen danach, ob diese mit ihrer Thematisierung in den politischen Raum hineinwirken.

Sie begründet das zurecht mit dem Hinweis auf die politischen Implikationen der Debatten, die in der ein oder anderen Weise am Begriff Zivilgesellschaft aufgehängt werden und mit der Einsicht, dass ohne die politischen Interessiertheiten auch die akademische (Wieder)Aufnahme dieses Begriffs kaum denkbar ist.

Während dieses Verfahren für die Thematisierung des Dritten Sektors kaum zu einem anderen Resultat führt als der Versuch, den akademischen Stand der Wissenschaft zu erkunden - in beiden Fällen geht an Salamon, Anheier et. al.
Kein Weg vorbei -, begegnet im Abschnitt zu Sozialkapital eine erfrischende Überraschung:
dieses wird anhand der Wissenschaftlichen Arbeitsgruppe für weltkirchliche Aufgaben der Deutschen Bischofskonferenz thematisiert (im Rahmen der Rezeption durch diese AG begegnet dann auch Robert Putnam).

Die Schlussbetrachtung nutzt die Autorin schließlich dazu, einige kritischen Aspekte auszuleuchten, die gerne bei der Thematisierung von Zivilgesellschaft übersprungen oder aber konsequenzenlos erwähnt werden, wie etwa der exkludierende Charakter von Zivilgesellschaft.

Kurzum: ein gelungener Report, dem interessierte Leser zu wünschen sind.

Dr. Rainer Sprengel <rsp@maecenata.de>
Maecenata Institut für Dritter-Sektor-Forschung
Albrechtstr. 22, 10117 Berlin
www.maecenata.de

HUMANITIES - DRITTER SEKTOR
www.dritter-sektor.de


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