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ISSN 1610-0611
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Bestsellerautorin droht Abschiebung

Aktion gegen Abschiebung von Bestsellerautorjn in Sudan
Bestsellerautorin droht Abschiebung
Der Sklaverei im Sudan entronnen: Mende Nazer in
Europa schützen!
Am kommenden Mittwoch wird die Gesellschaft für
bedrohte Völker (GfbV) gemeinsam mit in
Deutschland lebenden Südsudanesen und Nuba vor
der Botschaft Großbritanniens in Berlin mit
einer Menschenrechtsaktion für die ehemalige
Sklavin Mende Nazer demonstrieren. Ihr droht die
Abschiebung in den Sudan, nachdem ihr Asylantrag
in Großbritannien abgelehnt wurde. Die GfbV hat
diesen Beschluss der britischen Behörden als
"Armutszeugnis europäischer
Menschenrechtspolitik" scharf kritisiert. Mende
Nazer dürfe nicht in die Hände ihrer Verfolger
überstellt werden, Europa müsse ihr Zuflucht
gewähren, sagt der GfbV-Afrikareferent Ulrich
Delius. "Im Sudan droht der Bestsellerautorin
der sichere Tod, weil Kritik an der noch immer
existierenden Sklaverei als Verleumdung
zurückgewiesen und mit aller Härte bestraft
wird." Die junge Frau, die als 13-Jährige von
arabischen Milizen aus den Nuba-Bergen
verschleppt und als Sklavin verkauft wurde, sei
selbst eine lebende Anklage. Ihr Fall habe das
Ansehen der Machthaber in Khartum und das
sudanesisch-britische Verhältnis so sehr
beeinträchtigt, dass im Sudan ihr Leben mit
Sicherheit nicht geschont werde.

In ihrer kürzlich in Deutschland
veröffentlichten Autobiographie "Sklavin"
schildert die heute 22 Jahre alte Mende Nazer
ihren Leidensweg. Nach ihrer Verschleppung
musste sie Zwangsarbeit bei wohlhabenden
Nordsudanesen leisten. Von einem sudanesischen
Diplomaten wurde sie schließlich als
Haushaltshilfe mit falschen Papieren nach London
gebracht. Dort gelang ihr die Flucht. Am 11.
September 2000 hatte sie Antrag auf Asyl
gestellt, der am 10. Oktober 2002 abgelehnt
worden war.


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Gesellschaft fuer bedrohte Voelker e.V. (GfbV)
Inse Geismar, Pressereferentin
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Berlin/Göttingen, den 4.11.2002


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