 |
|
 |
 |
 |
 |
FLÜCHTLINGSSCHUTZ MUSS WEITER GESTÄRKT WERDEN
|
|
|
TAG DES FLÜCHTLINGS
FLÜCHTLINGSSCHUTZ MUSS WEITER GESTÄRKT WERDEN
amnesty international fordert Koalitionsvereinbarungen zu weiteren Maßnahmen im Bereich des Flüchtlingsschutzes / Missstände im deutschen Asylrecht müssen endlich beseitigt werden / Bundesregierung muss im europäischen Harmonisierungsprozess zentrale Rolle einnehmen
Um die im Zuwanderungsgesetz erkennbaren positiven Ansätze für eine Verbesserung des Flüchtlingsschutzes tatsächlich zur Geltung zu bringen, besteht in der neuen Legislaturperiode weiterer Handlungsbedarf. "Die Bundesregierung muss durch die sorgfältige Kontrolle sowie die laufende Bewertung der Umsetzungspraxis den Erfolg des Gesetzesprojekts sicherstellen", sagte Wolfgang Grenz, Flüchtlingsexperte von amnesty international. "Darüber hinaus sollte sie beim europäischen Harmonisierungsprozess des Asylrechts eine zentrale Rolle einnehmen."
amnesty international fordert eine schnelle Beseitigung der Missstände im Flüchtlingsrecht, insbesondere eine Totalrevision des Flughafenverfahrens, das in seiner jetzigen Form nicht den Grundsätzen eines fairen Verfahrens entspricht. Mit der Aufhebung der Weisungsunabhängigkeit der Entscheider des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) besteht die Gefahr, dass die individuelle Glaubwürdigkeitsprüfung nicht mehr gewährleistet ist.
Der von Bundesinnenminister Otto Schily im Sommer 2000 vorgeschlagene Beirat für Flüchtlingsfragen beim BAMF muss endlich eingerichtet werden. Der Beirat sollte aus Vertretern der Verwaltungsrichter, Rechtsanwälte, des UN-Flüchtlingskommissariats und von nichtstaatlichen Organisationen gebildet werden und die Arbeit des BAMF in einem jährlichen Bericht bewerten. "Er soll unter anderem dafür sorgen, dass die Umsetzung des Zuwanderungsgesetzes im Einklang mit dem internationalen Flüchtlingsrecht steht", so Wolfgang Grenz.
In der europäischen Asylpolitik muss Deutschland aktiv auf die strikte Beachtung der internationalen Vorgaben im Flüchtlings- und Menschenrechtsschutz hinwirken. Dies sollte nicht nur durch die Arbeit des Innenministeriums, sondern auch durch eine stärkere Einbindung des Auswärtigen Amtes und des Justizministeriums gewährleistet werden. Um eine wirksame parlamentarische Begleitung des europäischen Harmonisierungsprozesses sicherzustellen, regt amnesty international an, beim Innenausschuss des Bundestages einen entsprechenden Unterausschuss zu bilden.
amnesty international Pressestelle Berlin, 4. Oktober 2002 - Menschenrechtsarbeit ist nicht umsonst. Wenn Sie die Arbeit von amnesty international auch finanziell unterstützen möchten, können Sie das ganz einfach hier tun:
https://www2.amnesty.de/internet/formulare.nsf/Spenden Oder spenden Sie auf das Konto 80 90 100, Bank für Sozialwirtschaft BLZ 370 205 00
|
nach oben
--< zurück
•--vorwärts >
↑ nach oben
|
Ausgrenzung von Flüchtlingen | PRO ASYL: "Beginn einer Eiszeit"
|
|