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Hohes Interesse an beruflicher Bildung
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Hohes Interesse an beruflicher Bildung für Flüchtlinge
Bundesarbeitsgemeinschaft der EQUAL-Asyl-Entwicklungspartnerschaften konferiert in Kiel und beschließt EU-weite Vernetzung
Landesflüchtlingsbeauftragter Helmut Frenz warnt vor ordnungspolitischer Einseitigkeit beim Umgang mit Flüchtlingen
Am Donnerstag, den 12. September sind auf Einladung des Flüchtlingsrates Schleswig-Holstein e.V. VertreterInnen der acht im Bundesgebiet tätigen Entwicklungspartnerschaften zum Themenschwerpunkt Asyl & Flüchtlinge und des Büros der Bundesausländerbeauftragten zusammengekommen.
Helmut Frenz, schleswig-holsteinischer Landesbeauftragter für Flüchtlings-, Asyl- und Zuwanderungsfragen, hieß die aus Bayern, Berlin, NRW, Baden- Württemberg, Niedersachsen, Thüringen und dem Saarland angereisten KonferenzteilnehmerInnen in Kiel willkommen. Aus seiner Sicht leisten die Entwicklungspartnerschaften einen unverzichtbaren Beitrag bei der Förderung von Flüchtlingen.
„Unsere Zielgruppe gerät allzu oft aus dem Blickfeld der Finanzpolitiker und wird nur noch unter ordnungspolitischen Gesichtspunkten wahrgenommen.“ klagt Frenz.
Um so mehr war der Landesflüchtlingsbeauftragte erfreut, dass die durch den Flüchtlingsrat Schleswig-Holstein koordinierte Entwicklungspartnerschaft perspective – Berufliche Qualifizierung von Flüchtlingen jetzt ihren endgültigen Bewilligungsbescheid über die beantragten Fördermittel durch das Bundesarbeitsministerium erhalten hat.
Die KonferenzteilnehmerInnen berichteten übereinstimmend, dass die Qualifizierungsangebote in den verschiedenen Bundesländern interessiert nachgefragt werden. Die anfragenden Flüchtlinge sind, nachdem ihnen jahrelang Qualifizierungsmöglichkeiten verwehrt waren, hochmotiviert an den EQUAL-Maßnahmen teilzunehmen. Die Bundesarbeitsgemeinschaft deutet dies auch als Hinweis auf den dringenden Bedarf an geeigneten arbeitsmarktpolitischen Neuregelungen.
Die Entwicklungspartnerschaften haben einen mit Stolpersteinen gesäten Weg hinter sich. Das Programm der Gemeinschaftsinitiative EQUAL war zwar vom Europäischen Rat einmütig beschlossen worden, bei der Realisierung gab und gibt es allerdings noch vielfältige, z.B. im Ausländerrecht und im Verwaltungshandeln angelegte Hürden zu überwinden.
Hier gilt es aus Sicht der Bundesarbeitsgemeinschaft nicht nur auf nationaler Ebene, sondern auch im europäischen Kontext Verbesserungen einzufordern. Die deutschen Asyl-Entwicklungspartnerschaften haben daher bei ihrem Kieler Treffen beschlossen, in Absprache mit der EU-Kommission die Vernetzung aller 46 europaweit zum Themenschwerpunkt „Asyl & Flüchtlinge“ arbeitenden Entwicklungspartnerschaften voran zu treiben.
„Das Flüchtlings- und Ausländerrecht wird gegenwärtig europaweit harmonisiert“ erklärt dazu Claudia Langholz, Koordinatorin der schleswig-holsteinischen Entwicklungspartnerschaft perspective. „Die europaweite Vernetzung unserer Arbeit würde die Möglichkeiten der gezielten Förderung von Flüchtlingen erheblich verbessern.“
Darüber hinaus würde die europaweite Zusammenarbeit der Asyl-Entwicklungspartnrschaften den von der EU-Kommission gewünschten Prozess des politischen Mainstreamings unterstützen.
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Die Gemeinschaftsinitiative EQUAL ist ein Programm der EU-Kommission, in dessen Rahmen bis Mitte 2005 europaweit Projekte gefördert werden, die neue Methoden zur Bekämpfung von Diskriminierungen und Ungleichheiten jeglicher Art in Zusammenhang mit dem Arbeitsmarkt erproben. Unter anderem werden im Zuge von EQUAL schwerpunktmäßig Qualifizierungsangebote für Flüchtlinge geschaffen.
Die zum EQUAL-Themenschwerpunkt Asyl & Flüchtlinge bundesweit engagierten Projektverbünde, sog. Entwicklungspartnerschaften, sind regional mit strategischen Partnern vernetzt: dazu zählen Landes- und Kommunalbehörden, Arbeitsverwaltungen, Arbeitsgeber- und Arbeitnehmerorganisationen, Bildungsinstitutionen, Migrationseinrichtungen, Kirchen und Wohlfahrtsverbände sowie Flüchtlingsselbstorganisationen.
Acht regionale Asyl-Entwicklungspartnerschaften haben im vergangenen Jahr mit der Bundesarbeitsgemeinschaft der Asyl-Entwicklungspartnerschaften einen Interessenverband gebildet.
In Schleswig-Holstein bearbeitet die EQUAL-Entwicklungspartnerschaft perspective – Berufliche Qualifizierung für Flüchtlinge den Themenschwerpunkt „Asyl & Flüchtlinge“. perspective ist ein Projektverbund von drei unterschiedlichen Teilprojekten, die ab November 2002 berufliche Qualifizierung für Asylsuchende und Flüchtlinge anbieten. Die Koordinierung der Entwicklungspartnerschaft perspective liegt beim Flüchtlingsrat Schleswig-Holstein. Koordinatorin bei perspective ist Claudia Langholz, T. 0431-240 82 80, mail: equal@frsh.de, www.frsh.de
gez. Martin Link Flüchtlingsrat Schleswig-Holstein e.V.
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