Sarajevo/Göttingen
Freundschafts-Länderspiel Bosnien-Herzegowina gegen Deutschland Menschenrechtler begrüßen deutsche Nationalmannschaft und danken für Aufnahme der 360 000 bosnischen Flüchtlinge 1992-95
Die Sektion Bosnien und Herzegowina der internationalen Menschenrechtsorganisation Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) veröffentlichte am Freitag folgende Erklärung:
"Wir begrüßen die Spieler der deutschen Fußball- Nationalmannschaft herzlich als Gäste in unserem Land. Wir möchten das Freundschafts-Länderspiel Bosnien-Herzegowina gegen Deutschland zum Anlass nehmen, an den furchtbaren Krieg zu erinnern und uns gleichzeitig für die großartige Gastfreundschaft der deutschen Bevölkerung zu danken, die 360 000 bosnische Flüchtlinge, Kinder, Frauen und Männer für fünf Jahre aufgenommen hat. Wir erinnern die Deutschen jedoch an die furchtbaren Leiden, die unsere Bevölkerung durchmachen musste: an die Opfer des Völkermordes, für den sich Slobodan Milosevic zur Zeit vor dem Kriegsverbrechertribunal in Den Haag verantworten muss; an die 200 000 in Konzentrations-, Internierungs- und Vergewaltigungslagern ermordeten Zivilisten, an die 11 500 Opfer, unter ihnen 1 500 Kinder der vier Jahre lang eingeschlossenen und täglich bombardierten Stadt Sarajevo, an die 8 000 von serbischen Einsatzgruppen erschossenen unschuldigen Knaben und Männer der Stadt Srebrenica. Kurz vor dem Eintreffen der Fußball- Nationalmannschaft wurde in Kamenica in der Nähe von Zvornik (Ostbosnien) die Exhumierung von 506 in Srberenica Erschossenen aus einem Massengrab abgeschlossen.
Unserer bosnischen Sektion gehören Angehörige aller bosnischen Nationalitäten und religiösen Gemeinschaften an: Repräsentanten des Serbischen Bürgerrates, der bosniakischen Akademikerschaft, der Katholischen Kirche, der Jüdischen Gemeinde, der Roma-Gemeinschaft, der Flüchtlings- und Vertriebenenverbände, der Mütterbewegung von Srebrenica und der ehemaligen Lagerhäftlinge."
Wir stehen zur Verfügung unter der Tel.-Nr.: 0172 562 0523 oder 00387 33 213 707 (Büro Sarajevo).
Achtung/Hinweis für die Medien: Am Sonntag findet in der verwüsteten Stadt Srebrenica die Jahreskonferenz der Gesellschaft für bedrohte Völker International statt - die erste Konferenz einer internationalen Menschenrechtsorganisation. Beteiligt sind die GfbV-Sektionen aus Deutschland, Österreich, Schweiz, Luxemburg, Italien, Bosnien-Herzegowina und Deutschland. Die Konferenz findet statt in den notdürftig hergestellten Häusern der ersten Rückkehrer - meistens Witwen, deren Männer erschossen wurden, mit ihren halbwüchsigen Kindern.
=============================== Gesellschaft fuer bedrohte Voelker e.V. (GfbV) Inse Geismar, Pressereferentin Postfach 2024, D-37010 Goettingen =================================== 11.Oktober 2002
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