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Polizei bricht Friedrichstädter "Kirchenasyl"?
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Polizei bricht Friedrichstädter "Kirchenasyl"? Schwer traumatisierte Kurdin vom Kirchengelände weg verhaftet.
Der Flüchtlingsrat Schleswig-Holstein protestiert gegen die am 2. November erfolgte Verhaftung der Kurdin Mehdiye Yardimci in Friedrichstadt. Frau Yardimci befindet sich seit einigen Monaten in einem den zuständigen Behörden lange bekannten "Kirchenasyl" in der Evgl.-Luth. Kirchengemeinde Friedrichstadt. Frau Yardimci ist vor ihrer Flucht in der Türkei schwerst gefoltert worden. Sie leidet seither unter einer fachärztlich attestierten Posttraumatischen Belastungsstörung. Mit Frau Yardimci wurde auch ihr sechsjähriger Sohn verhaftet. Der Ehemann und weitere vier Kinder befinden sich weiterhin in der Obhut der Kirchengemeinde.
Offenbar ist es die für die Familie zuständige Ausländerbehörde im niedersächsischen Nienburg/Weser, die mit dem schnellen Zugriff versucht, Fakten zu schaffen und das erfolgversprechende Bleiberechtsbemühen der Familie zu unterlaufen. Nach Berichten von Augenzeugen hatte sich schleswig-holsteinische Polizei - trotz aller landesbehördlichen Zusagen, das "Kirchenasyl" unangetastet zu lassen und offenbar auch ohne den Husumer Landrat angemessen zu informieren - im Auftrag der Nienburger Ausländerbehörde mit ca. 8 Mann (!) vor der Kirchengemeinde 'auf die Lauer gelegt', um die schwer traumatisierte Frau abzufangen.
Frau Yardimci kollabierte wenig später auf dem Polizeirevier. Sie musste eiligst auf die Intensivstation des Krankenhauses eingeliefert werden, wo sie sich nach unserer Kenntnis immer noch befindet. Der Sohn wurde inzwischen frei gelassen - weil Sechsjährige nicht in Abschiebungshaft genommen werden können? Allerdings fand sich ein Husumer Amtsrichter, der willens war, Abschiebungshaft für die schwer erkrankte Frau Yardimci anzuordnen.
Wir fordern die Ordnungskräfte dringend auf, das "Kirchenasyl" der Familie Yardimci zu respektieren, anstatt sich vor den Karren einer abschiebungswütigen Ausländerverwaltung spannen zu lassen und infolgedessen für die verfolgte Familie, die Kirchengemeinde und das Land Schleswig-Holstein weiteren Schaden anzurichten.
gez. Martin Link Flüchtlingsrat Schleswig-Holstein e.V. T. 0431-735 000
Mehr Informationen bei:
* Pastor Michael Jordan, Ev.-luth. Kirchengemeinde Friedrichstadt, T. 04881-937377 * Pastorin Fanny Dethloff, Flüchtlingsbeauftragter der Nordelbischen Kirche, T/F. 0431-30620-364
In den Anlagen befinden sich Fotos und Daten der Familie Yardimci und verschiedene Textdateien zu den Themen: Verfolgungsgeschichte der M. Yardimci, Kurden und Yeziden in der Türkei, Was ist "Kirchenasyl" und worum geht's beim Rechtsstreit ums "Kirchenasyl", Asylrecht in Deutschland.
Oldenburger Str. 25, D-24143 Kiel
Kiel, 4.11.2002
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Bestsellerautorin droht Abschiebung | Nach Abschiebung, Folter und erneuter Flucht:
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