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Zum Tag des Flüchtlings 2002: Hier geblieben!
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Zum Tag des Flüchtlings 2002: „Hier geblieben!“ - Bleiberechtsregelung vor dem neuen Zuwanderungsrecht
Flüchtlingsrat Schleswig-Holstein und PRO ASYL fordern Legalisierung für Menschen ohne geregelten Aufenthalt
300.000 sogenannte „Illegale“ in Spanien, 1.000.000 in Belgien; in Deutschland leben geschätzt ca. 1,5 Mio. nichtdeutsche Menschen ohne gültige Aufenthaltspapiere. Diese alarmierenden Zahlen erfuhren die TeilnehmerInnen einer Informationsveranstaltung, zu der das "Netzwerk für illegalisierte Menschen in Schleswig-Holstein" (NISCHE) am 1. Oktober in die Kieler Pumpe eingeladen hatte. Anna Sebatian Cercos aus Barcelona und Koen Dewulf aus Brüssel haben das schwierige Überleben der „heimlichen Menschen“ in Spanien und Belgien dargestellt und über politische Legalisierungsstrategien berichtet.
Wie weit die Politik in Deutschland noch von Lösung des Problems der Menschen ohne Papiere entfernt ist, wusste die aus Frankfurt angereiste Andrea Kothen von der Bundesweiten Arbeitsgemeinschaft für Flüchtlinge PRO ASYL zu berichten. Menschenrechtsorganisationen, Richerverbände und selbst einige Landesregierungen konnten nicht verhindern, dass die Chance, im Vorgriff auf das kommende neue Zuwanderungsgesetz mit einem verwaltungsamtlichen Schlussstrich bleiberechtlich ungeregelte „Altfälle“ zu legalisieren, im Bundesrat vertan worden ist.
Dabei ist der Regelungsbedarf offensichtlich: z.B. wird 230.000 Menschen, z.T. seit vielen Jahren, ein gesichertes Aufenthaltsrecht vorenthalten. Lediglich „geduldet“ werden sie sozial ausgegrenzt, in erzwungener Arbeitslosigkeit gehalten, medizinisch unterversorgt, in ihrer Bewegungsfreiheit reglementiert und der dauernden Angst vor der Abschiebung ausgesetzt. Die Hoffnung dieser Menschen, im Zuge des neuen Zuwanderungsgesetzes ein endgültiges Bleiberecht zu erhalten, wurden im Wahlkampfgetöse der vergangenen Monate zerschlagen.
„Hier geblieben!“ verlangen der schleswig-holsteinische Flüchtlingsrat und PRO ASYL zum Tag des Flüchtlings am 4. Oktober und fordern für alle Menschen mit ungeklärtem Aufenthalt eine unbürokratische Bleiberechtsregelung:
„Wer lange hier lebt, muss mit Perspektive bleiben dürfen“ fordert Martin Link, Geschäftsführer beim Flüchtlingsrat, und konstatiert das Recht auf Integration auch für die jahrelang als lediglich „Geduldete“ bisher administrativ weitgehend desintegrierten Menschen.
Flüchtlingsrat und PRO ASYL fordern mit dem Ziel der gleichberechtigten gesellschaftliche Teilhabe eine Bleiberechtsregelung · für Menschen ohne Aufenthaltsrecht, die seit 5 Jahren hier leben, · für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge, die seit 2 Jahren in Deutschland leben, · für durch Kriegsgewalt und Fluchterlebnisse Traumatisierte und · für Opfer von in Deutschland erlebten rassistischen Angriffen.
Eine großzügige Bleiberechtsregelung wäre aus Sicht der Flüchtlingsorganisationen der ultimative Beweis dafür, dass es mit der von Bundes- und Landespolitikern vielbeschworenen Integrationspolitik tatsächlich ernst gemeint ist.
gez. Martin Link Flüchtlingsrat Schleswig-Holstein e.V. T. 0172 54 26 770
Das Hintergrundpapier „Hier geblieben! Recht auf Bleiberecht“ zur Bleiberechtskampagne kann bei PRO ASYL (T. 069-230688) oder beim Flüchtlingsrat Schleswig-Holstein e.V. angefordert werden.
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Flüchtlingsräte fordern Bleiberechtsregelung | Flüchtlingsschutz muss weiter gestärkt werden
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