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Gesundheit erhalten statt Krankheiten behandeln
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Hans-Böckler-Stiftung:
Gesundheit erhalten statt Krankheiten behandeln – Expertenkommission fordert aktive betriebliche Gesundheitspolitik
Gesundheitspolitik konzentriert sich gegenwärtig zu sehr auf die Behandlung bereits Erkrankter und ihre Finanzierung. Förderung von Gesundheit und Verhütung von Krankheiten bleiben dabei auf der Strecke.
Zu diesem Ergebnis kommt die seit einem Jahr arbeitende gemeinsame Expertenkommission der Bertelsmann Stiftung und der Hans-Böckler-Stiftung in ihrem Zwischenbericht, der am Dienstag in Berlin vorgestellt wurde. Die Expertenkommission fordert eine aktive betriebliche Gesundheitspolitik, in deren Zentrum Gesundheit und Wohlbefinden der Beschäftigten stehen.
Nach einer Berechnung der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin belaufen sich die Kosten bedingt durch Fehlzeiten hierzulande bei konservativer Schätzung auf jährlich über 35 Milliarden Euro. Das Institut für Wirtschaftsforschung veranschlagt die Kosten krankheitsbedingter Produktionsausfälle sogar auf 4,2 Prozent des Bruttoinlandproduktes. Das Bruttoinlandprodukt erreichte im Jahre 2000 einen Wert von 3.976 Milliarden DM. 4,2 Prozent davon entsprechen einem Wert von 166,99 Milliarden DM bzw. 85,63 Milliarden Euro.
Förderung von Wohlbefinden und Gesundheit sollte von hohem öffentlichen Interesse sein. Darauf abzielende Aktivitäten tragen wesentlich dazu bei, Lebensqualität und Leistungsfähigkeit zu schützen und zu fördern sowie medizinische Behandlungskosten und Kosten der Frühberentung einzusparen. Tatsächlich entfallen gegenwärtig auf Gesundheitsförderung und Prävention nur ganz geringfügige Teile des Gesundheitsbudgets.
„Die wichtigsten Akteure betrieblicher Gesundheitspolitik sind die Unternehmen und Dienstleistungsorganisationen selbst“, so der Vorsitzende der Kommission, Dr. Hermann Rappe. Damit angesprochen sind Vorstände und Geschäftsführungen, Betrieb- und Personalräte, die betrieblichen Gesundheitsexperten und die Beschäftigten.
Die Kommission fordert eine deutliche Aufwertung betrieblicher Gesundheitspolitik durch ein überbetriebliches „Bündnis für Gesundheit“.
Ansprechpartner:
Bertelsmann Stiftung: Detlef Hollmann, Tel.:05421-8181-520
E-Mail: Detlef.Hollmann@Bertelsmann.de
Hans-Böckler-Stiftung: Dr. Erika Mezger, Tel.: 0211-7778-108
E-Mail:Erika-Mezger@boeckler.de
Margitta Reicharz Hans-Böckler-Stiftung 40476 Düsseldorf 08.10.2002
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