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Im Dialog gemeinsam die Zukunft gestalten
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Im Dialog gemeinsam die Zukunft gestalten Vom 30. 11. – 02. 12. 2002 fand in Berlin ein von der Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in der Bundesrepublik Deutschland e. V. (aej), dem Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ), der Muslimischen Jugend in Deutschland (MJD) und der Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland e. V. (ZWST) veranstaltetes und zusammen mit dem Deutschen Bundesjugendring (DBJR), dem Informations- und Dokumentationszentrum für Antirassismusarbeit e. V. (IDA) und dem Ludwig-Wolker e. V. durchgeführtes interreligiöses Seminar statt, an dem rund 40 den unterschiedlichen Religionen angehörende Jugendliche teilnahmen. IDA war maßgeblich am Entwurf des Seminarprogramms beteiligt.
Den ersten Teil des Seminars bildete ein interreligiöser Rundgang, bei dem die Jugendlichen wesentliche Elemente der Religionen erfahren konnten. Ein gemeinsames Fastenbrechen war ebenso Teil des Wochenendes wie der Besuch eines evangelischen oder katholischen Gottesdienstes sowie eine gemeinsame Chanukkafeier. So wurde den Jugendlichen ermöglicht, zentrale Elemente der Religionen zu erleben und in Gesprächen die verschiedenen Religionen kennen zu lernen.
Der zweite Teil des Seminars bestand aus einer Übung aus „Betzavta – Miteinander“, einem Programm zur Demokratie- und Toleranzerziehung. In Form einer Collage sollten die Teilnehmenden versuchen, eine gemeinsame Stadt ihrer Träume zu gestalten, in der alle gerne leben würden. So sollten Formen des egalitären, konstruktiven und friedlichen Zusammenlebens aller in Deutschland lebenden Menschen gesucht werden. Es stellte sich heraus, dass die TeilnehmerInnen die plurale, multireligiöse Gesellschaft in Deutschland ausdrücklich begrüßen und großen Wert auf Kontakt und Austausch mit Angehörigen anderer Religionen legen. Dennoch unterstrich ein Großteil der Teilnehmenden die Bedeutung von Rückzugsmöglichkeiten, gewissermaßen Schutzräumen, in denen die eigene Religion unbeeinträchtigt gelebt werden kann. Die Erfahrungen von alltäglicher Diskriminierung bewog insbesondere jüdische und muslimische Jugendliche dazu, einen Ort zu fordern, an dem sie selbstverständlich und ohne Rechtfertigungszwang ihrer Religion entsprechend leben können. Wenngleich am Ende des Prozesses keine Einigung darüber herrschte, wie eine ideale Stadt tatsächlich in der Zukunft auszusehen habe, zeigte sich doch im Verlauf der Übung, welch ähnliche, religionsübergreifende Wahrnehmungen die TeilnehmerInnen oft hatten. Der intensive Austausch der TeilnehmerInnen über religiöse Fragen sowie über Alltagserfahrungen ist ein Beleg für den Wunsch der Jugendlichen nach Dialog und gegenseitiger Akzeptanz.
Die Abschlussveranstaltung des Seminars fand in Form einer Podiumsdiskussion im Schloss Bellevue statt, an der neben vier VertreterInnen der Teilnehmenden Staatssekretär Rüdiger Frohn sowie die Vorsitzenden der beteiligten religiösen Verbände teilnahmen. Gefördert wurde das Seminar mit freundlicher Unterstützung des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.
Düsseldorf, 10. Dezember 2002 Dr. Stephan Bundschuh/IDA e. V., Volmerswerther Str. 20, 40221 Düsseldorf
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