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Von Koalitionsvereinbarung enttäuscht
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Paritätischer Wohlfahrtsverband von Koalitionsvereinbarung enttäuscht
Als "enttäuschend und mutlos" bewertet der Paritätische Wohlfahrtsverband in einer ersten Stellungnahme die Koalitionsvereinbarung zwischen SPD und Bündnis 90/Die Grünen. "Auf wichtigen sozialpolitischen Feldern wie der Armutsbekämpfung, der Pflege oder dem Familienlastenausgleich herrscht weitgehend Fehlanzeige", kritisiert Hauptgeschäftsführer Ulrich Schneider. "Es ist ein Skandal, wenn die Koalitionäre entgegen ihren Wahlversprechen keinerlei konkrete Maßnahmen in Aussicht stellen, um die Situation von einer Million sozialhilfebedürftigen Kindern und deren Eltern zu verbessern", so Schneider. Zwar sei es wichtig, dass die Koalition Kinderbetreuungsangebote ausbauen wolle, doch lasse sich das Problem der Kinderarmut damit allein nicht lösen. Weder von einer Kindergrundsicherung, die von den Grünen gefordert wurde, noch von einer Erhöhung des Kindergeldes, wie es die SPD angestrebt hatte, sei im Koalitionsvertrag etwas zu finden. Stattdessen hielten die Parteien am veralteten Ehegattensplitting fest, obwohl SPD und Grüne in ihren Wahlprogrammen dessen Abbau versprochen hätten. Schneider: "Wer zugunsten des Ehegatten-splittings auf eine Kindergrundsicherung oder eine Erhöhung des Kindergeldes verzichtet, kann für sich in der Familienpolitik nicht ernsthaft die Leitlinie sozialer Gerechtigkeit in Anspruch nehmen." Darüber hinaus seien die Regierungsparteien "wortbrüchig", wenn mit den angekündigten Einsparungen bei der Arbeitslosenhilfe schließlich doch eine Angleichung dieser Leistung in Richtung Sozialhilfe angestrebt werde. Als positiv bewertet es der Paritätische Wohlfahrtsverband, dass die Koalitionsvereinbarung ein eindeutiges Bekenntnis zur Stärkung des bürgerschaftlichen Engagements und zu einem Ausbau der sozialen Infrastruktur in Ostdeutschland enthält. "Gerade in Ostdeutschland ist der Zweite Arbeitsmarkt nicht wegzudenken. Ein ersatzloses Streichen von Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen wäre mit einem Kollaps der sozialen Strukturen vor Ort verbunden", so die Warnung des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes.
Frankfurt am Main, 16. Oktober 2002 Dr. Ulrich Schneider,
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