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Für gesondertes Jugendstrafrechtssystem
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SPD-Juristen für gesondertes Jugendstrafrechtssystem
Die Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Juristinnen und Juristen (ASJ) plädiert anlässlich des 64. Deutschen Juristentages in Berlin für eine rationale und besonnene Weiterentwicklung des Jugendgerichtsgesetzes. Die Reform des JGG im Jahr 1990 habe richtige Akzente gesetzt; auch darüber hinaus bestehe noch Reformbedarf. Der Gesetzgeber dürfe sich jedoch weder auf rückwärtsgewandte populistische Verschärfungsforderungen einlassen, noch auf wissenschaftlich verpackte und damit gemäßigter wirkende Tendenzen, die Besonderheiten und die Eigenständigkeit des Jugendstrafrechts aufzugeben.
Für auch zukünftig unverzichtbar hält Dr. Klaus Hahnzog, Bundesvorsitzender der ASJ, ein gesondertes Jugendstrafrechtssystem, in dem der Erziehungsgedanke eine zentrale Rolle spielt. "Festzuhalten", so Hahnzog, "ist an der ausdrücklichen Subsidiarität eingriffsintensiver und besonders freiheitsentziehender Strafen."
Hahnzog: "Freiheitsentzug birgt gerade bei jungen Menschen das Risiko einer sich verfestigenden kriminellen Karriere und ist letztlich nur bei wirklich schweren Straftaten zu rechtfertigen." Konsequent auszubauen und keinesfalls zurückzunehmen seien stattdessen alternative Sanktionsformen und sozialisationsunterstützende Diversionsinstrumente.
Die ASJ spricht sich nachdrücklich für ein Beibehalten der bisherigen Strafmündigkeitsgrenze von 14 Jahren aus. Auch Heranwachsende sollen regelhaft ins Jugendstrafrecht einbezogen werden; das Strafbefehlsverfahren allerdings sei bei über 18-jährigen zuzulassen, wenn ein Strafverteidiger bestellt und die Jugendgerichtshilfe eingeschaltet ist.
Hahnzog in Berlin: "Wir dürfen nicht vergessen, dass Jugendkriminalität oftmals ein Symptom sozialer Gegensätze, sozialer Spaltung und dadurch verursachter Ausgrenzung und Perspektivlosigkeit ist. Der gesellschaftliche Umgang mit jungen Menschen darf nicht vorrangig auf das Risiko und die Sanktionierung abweichenden Verhaltens abstellen. Primäres Ziel muss die gesellschaftliche Integration Jugendlicher und Heranwachsender durch verbesserte Teilhabemöglichkeiten sein. Integration fördert Identifikation und Identifikation erhöht die Akzeptanz gesellschaftlicher Regeln und ist damit mehr als alles andere Garant für innere Sicherheit." -- SPD-Pressestelle 446/02
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