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Herausforderungen des demographischen Wandels
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Herausforderungen des demographischen Wandels annehmen
UNECE Ministerkonferenz zu Altersfragen vom 11.-13.09.2002 in Berlin
Mit der Umsetzung des zweiten Weltaltenplans, den die Weltversammlung im April in Madrid beschlossen hatte, beschäftigt sich eine dreitägige UN-Konferenz in Berlin. Vom 11.-13. September 2002 kommen Mitgliedstaaten der Regionalkommission der Vereinten Nationen für Europa, Zentralasien und Nordamerika (UNECE) zur Ministerkonferenz zu Altersfragen zusammen, um eine gemeinsame Politische Erklärung und eine Regionale Implementierungsstrategie für diese Länder zu beschließen. Gastgeber der UNECE Konferenz ist die Bundesrepublik Deutschland unter Federführung des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.
Bei einer Pressekonferenz im Vorfeld der UNECE Ministerkonferenz zu Altersfragen erklärt die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Dr. Christine Bergmann:
"Der demographische Wandel wird unserer Gesellschaft ein anderes Gesicht geben. In Deutschland wird sich die Alterspyramide innerhalb von 100 Jahren komplett gedreht haben: Gab es 1950 etwa doppelt so viele Menschen unter 20 Jahren wie ältere, so wird es 2050 doppelt so viele ältere wie jüngere geben. In Europa und Nordamerika wird im Jahr 2050 jeder dritte Mensch älter als 60 Jahre sein. Solch drastische Veränderungen in der Altersstruktur der Bevölkerung verlangen politische Antworten, die über den Tag und die nationale Ebene hinausreichen. Alter wird zunehmend zum Prüfstein gesellschaftlicher Reformen.
In Deutschland haben wir die Herausforderungen, die der demographische Wandel mit sich bringt, erkannt und schon einige wichtige Reformen umgesetzt: Die Rentenreform verbindet Sicherheit für die ältere Generation mit Verlässlichkeit für die jüngere Generation. Der Schutz und die Hilfe für pflegebedürftige Menschen steht für uns oben auf der Agenda. Wir haben die Qualität in der Pflege verbessert, den Schutz von Bewohnerinnen und Bewohnern von Heimen erhöht und durch eine bundeseinheitliche Ausbildung dafür gesorgt, dass künftig der Altenpflegeberuf aufgewertet wird."
Bundesministerin Bergmann betont, dass die demographischen Herausforderungen ein abgestimmtes Vorgehen erfordern: "Wir nehmen die Ministerkonferenz zu Altersfragen zum Anlass, unsere nationalen Anstrengungen zu bündeln und weiter zu entwickeln. Denn der demographische Wandel durchdringt alle Bereiche in der Gesellschaft. Das Spektrum reicht vom Bereich der Gesundheit über die Arbeitswelt und Alterssicherung bis zum Thema Integration und Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Deshalb brauchen wir nationale Handlungsstrategien für die Umsetzung des Weltaltenplans in der Bundesrepublik. Diese nationalen Handlungsstrategien können nur gemeinsam mit den Ländern, Kommunen und den gesellschaftlichen Akteuren gefasst werden. Wir werden mit der Arbeit an den nationalen Handlungsstrategien in den nächsten Wochen beginnen. Wir werden außerdem Regelungen für die ambulanten Dienste schaffen, die dem Heimgesetz vergleichbar sind, und ein Altenhilfestrukturgesetz auf den Weg bringen, das ältere Menschen in Planung und Durchführung des Hilfeprozesses einbindet und ihre Position stärkt."
Im April 2002 verabschiedeten 189 Staaten bei der Zweiten Weltversammlung zu Altersfragen in Madrid einen neuen Weltaltenplan ("International Plan of Action on Ageing"), mit dem das 1982 beschlossene, bislang bedeutendste altenpolitische Dokument der Vereinten Nationen eine grundlegende Überarbeitung und Ergänzung erfuhr. Der zweite Weltaltenplan und die Politische Erklärung befassen sich mit den Kernfragen des demographischen Wandels. Zu den zentralen Themen des neuen Weltaltenplans gehören die Verbesserung der Lebenssituation insbesondere älterer Menschen durch Armutsbekämpfung, gesellschaftspolitische Partizipation, die Einhaltung von Menschenrechten, Stärkung der Solidarität zwischen den Generationen sowie Verbesserungen in den Bereichen Beschäftigung, soziale Sicherung, Gesundheit und Gleichstellung von Männern und Frauen.
Bei der UNECE Ministerkonferenz zu Altersfragen werden die zuständigen Ministerinnen und Minister von 50 der 55 Mitgliedstaaten der UNECE eine Regionale Implementierungsstrategie und eine Politische Erklärung zum Weltaltenplan verabschieden. 27 der 50 Delegationen werden von den zuständigen Ministerinnen und Ministern geführt. Die UNECE ist die erste der fünf Regionalkommissionen der Vereinten Nationen, die eine regionale Umsetzungsstrategie des zweiten Weltaltenplans beschließt.
--------------------------------- Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
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