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Hunderttausende Kinder armutsbedingt krank
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Gesundheit Einschulungsuntersuchungen werden unterlaufen ver.di PUBLIK: In Deutschland sind hunderttausende Kinder armutsbedingt krank Zwanzig Prozent der knapp drei Millionen sozial benachteiligten deutschen Kinder und Jugendlichen sind krank. Aufgrund ihrer schlechten Versorgung leiden sie vermehrt an Fehlernährung, Infektionskrankheiten und psychischen Erkrankungen. Das berichtete die Gewerkschaftszeitung ver.di PUBLIK in ihrer neuen Ausgabe. "Wir haben lange Zeit geglaubt, armutsbedingte Krankheiten sind ein Problem des Auslands. Aber auch bei uns erkennt man, ob ein Kind in einer sozialen Randlage groß wird", sagte Klaus Gritz, Präsident des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte der Gewerkschaftszeitung. Damit diese Kinder nicht durch das soziale Netz fallen, fordert der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte nun verstärkt Reihenuntersuchungen an Kindertagesstätten und Schulen durch den Öffentlichen Gesundheitsdienst. Diese jedoch werden nach Recherchen von ver.di PUBLIK zunehmend abgebaut. Laut Klaus Walter, Vorsitzender des Bundesverbandes der Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes, sei der Grund hierfür der Personalabbau und eine Aufgabenverschiebung bei den Gesundheitsämtern. So seien in Bremen seit 1998 zehn Prozent des Personals eingespart worden. Weiterer Abbau sei geplant - schwerpunktmäßig in der kinderärztlichen Abteilung. Inzwischen seien die Reihenuntersuchungen in Kindertagesstätten in vielen Bundesländern weggefallen, zum Beispiel in Berlin. "Wir würden regelmäßige und flächendeckende Reihenuntersuchungen ab dem Kindergartenalter zusätzlich zu den jetzigen Untersuchungen begrüßen, doch angesichts unseres Personalschlüssels wäre das leider gar nicht zu leisten", so Walter. Hartmut Schirm von der Akademie für Öffentliches Gesundheitswesen in Göttingen verweist in ver.di PUBLIK auf die alarmierende Tendenz in verschiedenen Bundesländern, sogar die Einschulungsuntersuchungen zu unterlaufen: In Bayern würden sie nicht mehr von Ärzten allein, sondern in der Regel von sozialmedizinischen Assistentinnen durchgeführt. Und in Leverkusen solle der Check nur noch von niedergelassenen Ärzten gegen Bezahlung angeboten werden - erst auf Nachfrage der Eltern untersuche das Gesundheitsamt. "Der Abbau des schulärztlichen Dienstes bedeutet eine massive Diskriminierung von sozial benachteiligten Kindern", so Schirm.
VER.DI 10.11.2002
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