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Sonderkonferenz der Arbeiterwohlfahrt
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Sonderkonferenz der Arbeiterwohlfahrt (AWO) in Aachen
AWO appelliert an alle Parteien zur Bundestagswahl: Die Altenhilfe am Scheideweg
Aachen. Mit einem dringenden und einstimmigen Appell an die Parteien zur Bundestagswahl hat die AWO dazu aufgefordert, die Lage der pflegebedürftigen Menschen in den Mittelpunkt künftiger Regierungspolitik zu stellen. "Die Altenhilfe befindet sich am Scheideweg", stellten die 420 Delegierten der AWO-Sonderkonferenz in Aachen am Wochenende fest. Die Öffentlichkeit müsse zur Kenntnis nehmen, dass angesichts der demographischen Entwicklung eine verantwortungsvolle Versorgung und Betreuung nicht zu garantieren sei.
Derzeit sind in Deutschland zwei Millionen Menschen pflegebedürftig im Sinne des Pflegeversicherungsgesetzes. Nach Berechnungen ist davon auszugehen, dass bei konstanter Bevölkerungszahl in wenigen Jahren eine Million hinzukommen werden.
Die AWO stellt in ihrem Antrag, der sich auch an alle Regierungen der Bundesländer richtet, fest, dass der bestehende Bedarf an Pflegekräften nicht mehr gedeckt werden könne. Bereits heute fehlen in den ambulanten und stationären Einrichtungen rund 40.000 Pflegefachkräfte. Ursache dafür sieht die AWO unter anderem darin, dass die Altenpflegeausbildung immer noch auf der Basis von 16 unterschiedlichen Landesgesetzen gestaltet wird. Seit Jahren blockiert die bayerische Staatsregierung ein dringend notwendiges bundeseinheitliches Ausbildungsgesetz, zuletzt durch eine Normenkontrollklage vor dem Bundesverfassungsgericht.
Die AWO fordert eine Pflege, in der die Interessen, Wünsche und Bedürfnisse pflegebedürftiger Menschen berücksichtigt werden. Dazu sind gemeinsame Anstrengungen aller politisch Verantwortlichen sowie aller Bürgerinnen und Bürger notwendig.
Die AWO-Sonderkonferenz findet am 6. und 7. September mit 420 Delegierten in Aachen statt. Sie ist das höchste Beschlussorgan der Arbeiterwohlfahrt auf Bundesebene.
Joachim Kendelbacher AWO
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