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ISSN 1610-0611
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ver.di: Keine Null-Runde für die Krankenhäuser

Gesundheit

ver.di: Keine Null-Runde für die Krankenhäuser

"Für die Krankenhäuser darf es keine Null-Runde geben." Dies erklärte
ver.di-Vorsitzender Frank Bsirske zu dieser von Bundesgesundheitsministerin
Ulla Schmidt im Vorschaltgesetz vorgesehenen Maßnahme. Eine Deckelung der
Einnahmen der Krankenhäuser gefährde die Versorgung der Patienten. "Das
Personal in den Krankenhäusern darf nicht dafür bluten müssen, was die
Politik an Reformen versäumt hat", erklärte Bsirske. Das seit 1997
angewandte Verfahren, Einkommenserhöhungen nicht in vollem Umfang abrechnen
zu dürfen, habe in den Krankenhäusern bereits zu empfindlichem Personalabbau
geführt. Nach Berechnungen der Deutschen Krankenhausgesellschaft für das
Jahr 2003 seien mehr als 28.000 Arbeitsplätze in den Krankenhäusern
gefährdet. Eine Null-Runde werde die Situation nur noch mehr verschlimmern.
"Um eine qualitativ hochwertige Versorgung der Patienten zu gewährleisten
ist es dringend notwendig, auf eine Null-Runde zu verzichten und den
Krankenhäusern den vollständigen Ausgleich tarifvertraglicher Ansprüche der
Beschäftigten wieder zu garantieren", forderte Bsirske.

Die Qualität der Versorgung der Patienten sei bereits heute gefährdet,
behauptete der ver.di-Vorsitzende, denn mehr als 40.000 Pflegestellen und
2.000 Arztstellen in Krankenhäusern, Altenheimen, Arztpraxen und ambulanten
Pflegediensten seien nicht besetzt.

Es gebe im Gesundheitssystem genug Ansatzpunkte für sinnvolle Sparmaßnahmen.
Allerdings bringe eine Null-Runde die Gefahr mit sich, dass wichtige
Reformen in den Krankenhäusern nicht angepackt würden. Die Einführung des
Fallpauschalensystems könne sich dadurch ebenso verzögern wie die
Verbesserung der Behandlung chronisch Kranker. "Eine Verzögerung dieser
Reformen verhindert vernünftige Einsparungen. Mit einer Null-Runde würde am
falschen Ende gespart", erklärte Bsirske.


04.11.2002


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