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ISSN 1610-0611
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Welt-Alzheimertag

Demenzkranken ein Leben in Würde ermöglichen

Zum Welt-Alzheimertag am 21. September 2002

Derzeit leiden nahezu eine Million Menschen in Deutschland an
Alzheimer und anderen Demenzerkrankungen. Die Zahl der Erkrankten wird
mit der steigenden Zahl der hochaltrigen Menschen weiter wachsen. Die
überwiegende Mehrheit der Demenzerkrankten wird von ihren Angehörigen
gepflegt, doch auch in den Heimen nimmt die Zahl der Menschen mit
Demenzerkrankungen zu. In vielen Heimen sind mehr als die Hälfte der
Bewohnerinnen und Bewohner demenzkrank.

Anlässlich des Welt-Alzheimertags 2002 erklärt Dr. Christine Bergmann: "Die
steigende Zahl der Demenzerkrankungen stellt uns vor große
Herausforderungen. Unser Ziel ist es, dass ältere Menschen möglichst
lange selbstständig bleiben können und den Schutz und die Hilfe
erhalten, die sie brauchen. Damit Demenzerkrankte in Würde leben
können, brauchen sie ein Umfeld und eine Betreuung, die auf ihre
Bedürfnisse ausgerichtet sind. Dabei sind der Ausbau und die
Weiterentwicklung von Versorgungsstrukturen, die Qualifizierung des
Pflegepersonals und die Unterstützung für pflegende Angehörige von
großer Bedeutung.

Mit der Novellierung von Heimgesetz und Heimmitwirkungsverordnung, dem
Pflegequalitätssicherungsgesetz und dem Altenpflegegesetz hat die
Bundesregierung den Reformstau in der Seniorenpolitik aufgelöst und
die Rahmenbedingungen für die Altenhilfe wesentlich verbessert. Für
demenzkranke Pflegebedürftige haben wir mit dem
Pflegeleistungsergänzungsgesetz einen Anspruch auf einen zusätzlichen
Betreuungsbetrag von 460 Euro im Jahr geschaffen. Das von uns
geförderte zentrale Beratungstelefon zum Thema Alzheimer der Deutschen
Alzheimer Gesellschaft ist eine wertvolle Hilfe für Betroffene und
pflegende Angehörige.

Unser Modellprogramm "Altenhilfestrukturen der Zukunft" setzt einen
Schwerpunkt bei der Erprobung neuer Altenhilfestrukturen für
Demenzkranke. Dazu werden z.B. neue Formen des Zusammenlebens in
kleinen Wohngruppen in Heimen erprobt und Strategien zur besseren
Zusammenarbeit zwischen Pflegekräften und Angehörigen entwickelt. Die
Erkenntnisse aus dem Modellprogramm werden wir nutzen, um die
Strukturen der Altenhilfe besonders auch für Demenzerkrankte weiter zu
entwickeln."

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Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend


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