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6 Jahre Elbe Erklärung: Schiffe und Geld umlenken
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6 Jahre Elbe Erklärung: Schiffe und Geld umlenken
BUND, NABU und WWF: Schiffsverkehr über Kanäle abwickeln Frankfurt a. M., Bonn 05.09.2002: Am 6. Jahrestag der so genannten Elbe Erklärung fordern die Umweltorganisationen BUND, NABU und WWF das Bundesverkehrsministerium auf, sich von allen Plänen zum Elbausbau endgültig zu verabschieden. Die vorläufige Entscheidung der Umweltminister für ein Moratorium sei ein richtiges Signal. Die bisher vorgesehenen Maßnahmen wie die Erneuerung zahlreicher Buhnen seien an der Grenze zum Neubau und verletzten den Geist der vor sechs Jahren getroffenen Vereinbarung. Der weitere Ausbau der Elbe wäre nicht nur ökologisch schädlich, sondern zudem eine gigantische Geldverschwendung, betonten die Verbände. „Angesichts der aktuellen Hochwasserschäden ist das Geld sehr viel besser für die Reparatur der zerstörten Brücken, Straßen und Schienen angelegt“, so Prof. Dr. Emil Dister, Leiter des WWF-Auen-Instituts. „Alle Fakten liegen längst auf dem Tisch und nach den jüngsten Ereignissen darf keine Zeit mehr mit überflüssigen Prüfungen vertrödelt werden. Jetzt gilt es, die getroffenen Vereinbarungen unverzüglich umzusetzen“, mahnte NABU-Präsident Jochen Flasbarth. Vor sechs Jahren hat sich das Bundesverkehrsministerium mit den Umweltorganisationen BUND, Euronatur, NABU und WWF auf die so genannte Elbe Erklärung geeinigt. Ziel der Vereinbarung ist es, den Schiffsverkehr schwerpunktmäßig auf vorhandene Kanäle umzuleiten. Damit die Elbe in Zukunft vor weiteren wasserbaulichen Eingriffen verschont bleibt, kamen die Naturschützer und der damalige Bundesverkehrsminister Matthias Wissmann überein, vorhandene künstliche Wasserstraßen, also den Elbe-Seiten Kanal und die Oststrecke des Mittellandkanals, auszubauen. Ziel ist es, möglichst den gesamten Verkehr zwischen Hamburg und Magdeburg bzw. Berlin über diese Kanäle abzuwickeln. Dazu wurde u.a. bei Magdeburg eine gigantischer Kanal über die ! Elbe gebaut. Das mehr als zwei Milliarden teure Bauwerk soll Mitte September geflutet werden. „Leider hatte bereits Minister Wissmann den Geist der Elbe- Erklärung missachtet und die anderen Ausbaumaßnahmen entlang des Flusses nicht gestoppt“, betonte der BUND. Wie vorausschauend und richtig die Elbe-Erklärung gewesen sei, werde durch die jüngsten Ereignisse eindrücklich bestätigt. Die Naturschützer appellierten an Verkehrsminister Kurt Bodewig die von seinem Vorgänger eingegangenen Verpflichtungen zu erfüllen. In der Elbe Erklärung sei z.B. ein Gesamtkonzept für Ausbau und Erhalt der Elbe vorgesehen, das ökologische Gesichtspunkte berücksichtigt. „Auf dieses Konzept warten wir schon lange“, bemängelten die Umweltverbände. Auch von der zugesagten Unterstützung bei der großflächigen Renaturierung entlang der Elbe durch das Verkehrsministerium sei bislang wenig zu spüren. Die Untere Havel sei während des Elbe-Hochwassers zum Symbol des vorsorgenden Hochwasserschutzes geworden. Die in der Elbe-Erklärung vereinbarte Renaturierung der Unteren Havel sei eine wichtige Voraussetzung für die Erschließung weiterer Gebiete für den vorsorgenden Hochwasserschutz. "Es ist völlig unverständlich, dass das Verkehrsministerium bis 2008 mit der Rena! turierung warten will", so NABU-Präsident Flasbarth.
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