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AKW Gundremmingen
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Am AKW Gundremmingen wird demnächst Deutschlands größtes Atommüll-Lager genehmigt
Nach der Genehmigung des atomaren Zwischenlagers am Atomkraftwerk Lingen am 7. November erwartet die atomkritische Ärzteorganisation IPPNW in Kürze die Genehmigung von Deutschlands größtem Atommüll-Lager am Atomkraftwerks-Standort Gundremmingen. Das Bundesamt für Strahlenschutz setzt sich damit voraussichtlich über die Bedenken von über 76.000 Einwendern und über die Gefährdung durch Terrorangriffe hinweg, nur um den sogenannten "Atomkonsens" im Interesse der Atomindustrie umzusetzen.
Die neuen atomaren Zwischenlager Atommüll-Lager sind das zentrale Element des zwischen der Bundesregierung und der Atomindustrie vereinbarten "Atomkonsenses". Weil die Atomkraftwerksbetreiber auch nach jahrzehntelangem Kraftwerksbetrieb noch immer kein atomares Endlager nachweisen können, soll der Atommüll nun in einfachen Hallen auf unbestimmte Zeit zwischengelagert werden. So lange, bis man möglicherweise einmal ein Endlager haben sollte.
Dabei bleibt die Feststellung des Sachverständigenrates für Umweltfragen der Bundesregierung völlig unbeachtet, wonach ein auf Dauer sicheres Endlager aus heutiger wissenschaftlicher Sicht nicht realisierbar erscheint. Relevant ist allein die Tatsache, dass die deutschen Atomkraftwerke im Strahlenmüll ersticken und diesen ohne lange Transporte in den neuen Atommüll-Hallen gleich nebenan lagern wollen. Das spart Kosten und Ärger mit Castor-Gegnern und verschiebt die tatsächliche Lösung des Atommüllproblems auf unbestimmte Zeit - nach der möglichen Beendigung der Atomenergienutzung in Deutschland in einigen Jahrzehnten. Für die heutigen Vorstände der Atomindustrie wird das Problem damit gelöst - nicht aber für die betroffenen Menschen.
Der Atommüll wird in den Zwischenlagern in "CASTOR-Behältern" gelagert, die alleine für die Sicherheit zu sorgen haben. Die Hallen selbst bieten keinerlei Schutz. In nur einem einzigen CASTOR kann so viel radioaktives Inventar aufbewahrt werden, wie seinerzeit in Tschernobyl freigesetzt wurde. Werden die Dichtungen der Behälter durch die hohe Neutronenstrahlung und die thermische Belastung auf Dauer undicht, dann können die strahlenden Partikel ungehindert in die Umgebung entweichen.
Die Gefahr von Terrorangriffen und gezielten oder ungezielten Flugzeugabstürzen auf die Zwischenlager führte zwar zu diversen Untersuchungen. Die Gutachten bleiben allerdings bislang unter Verschluss. Ohnehin muss davon ausgegangen werden, dass es sich um Gefälligkeitsgutachten von Institutionen handelt, die von Gutachteraufträgen von Staat und Atomindustrie in hohem Maße abhängig sind.
Beispielsweise wurde über eine Veröffentlichung der Reaktorsicherheitskommission (RSK) bekannt, dass mit Hilfe von nicht unbedingt realistischen Annahmen das gewünschte Ergebnis errechnet wurde. So wurde beispielsweise angenommen, dass das Kerosin nach einem Flugzeugabsturz nicht länger als 50 Minuten brennen würde.
Rückfragen an: Henrik Paulitz, Internet: www.ippnw-ulm.de Berlin, den 11. November 2002
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