 |
|
 |
 |
 |
 |
Alleenschutz: Ministerien im Widerspruch
|
|
|
Alleenschutz: Ministerien im Widerspruch
Bundesumweltminister Jürgen Trittin führt in diesen Wochen eine Symphatiekampagne für den besseren Schutz von Alleen in Deutschland durch, die morgen in einer symbolhaften Baumpflanzung in Mecklenburg gipfelt. Auf der anderen Seite gibt Bundesverkehrsminister Kurt Bodewig die Baumriesen zum Abschuss frei. Der Hintergrund: Im Bundesverkehrsministerium befinden sich die von der Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen (FGSV) erarbeiteten "Empfehlungen zum Schutz vor Unfällen mit Aufprall auf Bäume" (ESAB) kurz vor der Verabschiedung. Das Ministerium hält trotz massiver Proteste an diesem Regelwerk fest, das ein Nach- und Neupflanzen von Alleebäumen entlang von Landstraßen praktisch unmöglich macht.
Auch die neueste überarbeitete Fassung der ESAB, die ROBIN WOOD in Auszügen vorliegt, beinhaltet immer noch, dass Bäume zu entfernen sind, wenn sie in sogenannten auffälligen - meist unfallträchtigen - Bereichen stehen. An Ort und Stelle wird es in lückigen Alleen nicht zu Ergänzungspflanzungen kommen. Neue Bäume dürfen nur in großer Entfernung vom Straßenrand, hinter Schutzplanken oder an nebenrangigen Wirtschaftswegen gepflanzt werden. "Dass nicht die Bäume mit einer rasenden Geschwindigkeit über die Landstraßen fahren, sondern die Autos scheint sich im Ministerium noch nicht rumgesprochen zu haben", kritisiert ROBIN WOOD Verkehrsexpertin Steffi Barisch. "Im Gegenteil, das Regelwerk vermerkt explizit, dass es nicht vertretbar ist, die zulässige Höchstgeschwindigkeit abzusenken, um dadurch Bäume in geringerem Abstand neu zu pflanzen."
Während sich Bundesumweltminister Trittin wahlkampferfahren mit grünen Alleen umgibt, werden vom Bundesverkehrsminister Bodewig Fakten geschaffen. Doch auch Trittin muss seine Hausaufgaben machen, seinen Handlungsspielraum ausschöpfen und bei seinem Amtskollegen eine Alleenschutzpolitik durchsetzen. Schon jetzt ist in den Kommunen eine sehr verhaltene Pflanzpraxis zu beobachten. In mehreren Landkreisen in Brandenburg gingen die Nachpflanzungen in den letzten Monaten dramatisch zurück, zum Teil gegen Null. Denn auch dort weiß man, was bei Bodewig auf dem Schreibtisch zur Entscheidung liegt. In vorauseilendem Gehorsam wartet man ab, was es demnächst vom Verkehrsminister für Neuregelungen gibt.
"ROBIN WOOD fordert das Bundesverkehrsministerium auf, das "Alleenauslaufprogramm" ESAB endlich zu stoppen. Es muss ein engagiertes Alleenschutzprogramm entworfen werden, dass für alle Ausführenden in Ländern und Gemeinden den Erhalt und die Neupflanzung von Straßenbäumen möglich macht", so Barisch.
Steffi Barisch, ROBIN WOOD-Verkehrsreferentin Rudolf Fenner, ROBIN WOOD-Waldreferent
|
nach oben
--< zurück
•--vorwärts >
↑ nach oben
|
Greenpeace-Widerspruch gegen Castor-Transport | Flusskonferenz zum Hochwasserschutz
|
|