Titel Hamburg Initiativen Hamburg-Termine Inland International Magazin Archiv Suchen
Inland:
Inland


Themen:
Bürger- und Zivilgesellschaft
  SeniorInnen
  Castor
Bildung • Schule • Beruf
Kinder u. Jugend
Datenschutz
Kultur
  Literatur
  Film
Mensch & Tier
Soziales • Gesundheit • Miteinander
Menschen- u. Bürgerrecht • Asyl
Gewerkschaften
Report
Umwelt & Natur
Verbraucher
  Trans Fair
Wirtschaft
Presse- u. Informationsfreiheit


Service:
Impressum
ISSN 1610-0611
Information
Intern
Newsletter
Archiv


Behoerde deckt Pestizidskandal

Hormonchemikalie belastet Lebensmittel - Behoerde deckt Pestizidskandal
Greenpeace droht mit Klage gegen Biologische Bundesanstalt

Hamburg, 24. 9. 2002 - Eine Blockade bei der Aufdeckung
gefaehrlicher Stoffe wirft Greenpeace der Biologischen
Bundesanstalt fuer Land- und Forstwirtschaft (BBA) vor.
Die Behoerde in Braunschweig verweigert die Auskunft,
welche Pestizide durch Beimischung der Dauergifte
Nonylphenol und Alkylphenolethoxylate (APEO) besonders
gefaehrlich sind. Greenpeace hat die BBA daher heute
durch einen Rechtsanwalt aufgefordert, die Namen der
Pestizide zu nennen, und den Gang zum Gericht
angedroht. Das Dauergift Nonylphenol wurde im April
erstmals in Lebensmitteln entdeckt. Das
Forschungszentrum Juelich (NRW) fand den hormonell
wirksamen Stoff unter anderem in Schokolade, Wurst und
Babynahrung. Tomaten und Aepfel enthielten die
staerksten Belastungen. Sie wurden vermutlich mit APEO-
haltigen Pestiziden gespritzt.

"Verbraucher und Anwender muessen dringend vor diesen
Dauergiften geschuetzt werden", fordert Manfred
Krautter, Chemie-Experte von Greenpeace. "Die BBA muss
mit den Namen rausruecken. Dann brauchen wir sofort ein
Verbot dieser Dauergifte in allen Produkten mit
Lebensmittelkontakt. Sie duerfen auch nicht so
verwendet werden, dass sie in die Umwelt gelangen
koennen."

Die BBA verweigert bisher die Bekanntgabe der Pestizide
"aus Gruenden der Vertraulichkeit" gegenueber den
Herstellern. Sie haelt die Daten nach Ansicht des
Hamburger Rechtsanwalts Michael Guenther zu Unrecht
geheim. "Die BBA ist gesetzlich verpflichtet, diese
Informationen bereit zu stellen. Sie darf sie nicht
willkuerlich oder mit sachfremden Erwaegungen
verweigern."

Die BBA aber will es offenbar der Pestizidindustrie
ueberlassen, ob sie Agrargifte mit Nonylphenol weiter
vermarktet oder nicht. Die Bundesanstalt teilte
Greenpeace in einem Schreiben vom 16. August mit, sie
wuerde alle Hersteller, deren Spritzmittel APEOs
enthalten, auffordern, "ihre Mittel umzuformulieren".
Der Industrieverband Agrar, in dem die deutschen
Hersteller von Pestiziden organisiert sind, liess
Greenpeace jedoch wissen: "Einen unmittelbaren
Handlungsbedarf fuer unsere Mitgliedsfirmen sehen wir
derzeit nicht."

"Wer der Pestizid-Industrie den Schutz der Verbraucher
ueberlaesst, macht den Bock zum Gaertner. Die BBA darf
nicht die Machenschaften der Industrie decken, sie muss
dafuer sorgen, dass die Dauergifte aus unserer Nahrung
verschwinden", sagt Krautter. Sogar in Muttermilch
wurden deutliche Nonylphenol-Belastungen gefunden. Der
Stoff kann das Hormonsystem, die Nieren und die Leber
schaedigen. Neue Studien zeigen, dass Nonylphenol auch
die Fruchtbarkeit von Spermien mindern sowie die
Entwicklung des Gehirns stoeren kann.

Nach Angaben der BBA sind in Deutschland derzeit 134
Pestizide mit APEOs auf dem Markt. Das BBA liess noch
in den letzten Monaten neue APEO-haltige Spritzmittel
zu, die bis zum Jahr 2012 verwendet werden duerfen.

Achtung Redaktionen: Rueckfragen bitte an Manfred
Krautter, Tel. 040-30618-358. Internet:
www.greenpeace.de

24. September 2002


nach oben

--

< zurück --vorwärts > ↑ nach oben

Gen-Mais der Firma Syngenta ausser Kontrolle | Protest vor WestLB geht in zweite Woche