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ISSN 1610-0611
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Bundesregierung soll den Fall WestLB loesen

Bundesregierung soll den Fall WestLB loesen
Greenpeace-Kletterer setzen Protest an Bankgebaeude in Duesseldorf fort

Nachdem sich die westdeutsche Landesbank (WestLB) trotz der neuesten
Gutachten nicht von dem umstrittenen Pipeline-Projekt
in Ecuador distanziert, hat Greenpeace heute
Bundeskanzler Schroeder in einem Fax aufgefordert, dem
Fall ein Ende zu setzen. Sieben Greenpeace-Kletterer
fuehren unterdessen ihren am Dienstag Morgen begonnenen
Protest an dem 16-stoeckigen WestLB-Gebaeude in
Duesseldorf heute fort, nachdem sie die Nacht in Seilen
an der Fassade verbracht hatten.

Erst vor 14 Tagen forderte Schroeder auf dem UN-
Weltgipfel in Johannesburg einen radikalen Kurswechsel
in der internationalen Energie- und Urwaldpolitik. In
dem Fax an Kanzler Schroeder erklaert daher Greenpeace
Geschaeftsfuehrerin Brigitte Behrens: "Der Pipeline-
Kredit der WestLB ist eine Chance, den Worten auch
wirklich Taten folgen zu lassen. Ich moechte Sie daher
nachdruecklich bitten, sich bei Ministerpraesident
Clement dafuer einzusetzen, dass die WestLB die
Kreditvergabe fuer dieses mit massiver
Urwaldzerstoerung verbundene Projekt stoppt. Politisch
unterstuetzte Kredite aus Deutschland muessen Urwaelder
erhalten statt sie Oelpipelines zu opfern, sie muessen
regenerative Energien foerdern statt Klimaschaedigung
durch fossile Brennstoffe."

Fuer den Greenpeace-Waldexperten Martin Kaiser in
Duesseldorf ist die Aufforderung an den Kanzler nun ein
notwendiger Schritt: "Die Landesregierung und die
WestLB-Geschaeftsfuehrung sind offenbar damit
ueberfordert, die umweltpolitische Tragweite des
Milliardenkredits zu ueberblicken. Schroeder muss
seiner Initiative in Johannesburg nun Taten folgen
lassen. Urwald- und Klimazerstoerung darf nicht mit
deutschen Geldern finanziert werden."

Die Bundesregierung erklaerte auch in ihrer Antwort auf
die Grosse Anfrage im Bundestag vom 11. September, die
Einhaltung der oekologischen und sozialen Weltbank-
Standards fuer das Pipeline-Projekt in Ecuador sei fuer
sie wesentlich. Das juengste Gutachten des ehemaligen
Weltbank-Mitarbeiters Dr. Robert Goodland belegt, dass
das Pipeline-Projekt die wichtigsten Weltbank-Standards
massiv verletzt. "Schroeder muss darauf dringen, dass
auch die nordrhein-westfaelische Landespolitik
Entscheidungen der Bundesregierung umsetzt", fordert
Kaiser. "Er muss verhindern, dass Clement und WestLB-
Chef Sengera im Alleingang dieses Katastrophen- Projekt
fortfuehren."



18. September 2002



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