 |
|
 |
 |
 |
 |
Die Elbe zum Leitbild lebendiger Flüsse machen
|
|
|
Die Elbe zum Leitbild lebendiger Flüsse machen BUND, NABU und WWF fordern integrierte Flusspolitik
Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), der Naturschutzbund NABU und der World Wide Fund for Nature (WWF) haben heute gefordert, die Elbe zum Symbol für eine neue Flusspolitik zu machen. Vertreter der Umweltorganisationen begrüßten entsprechende Vereinbarungen im rot-grünen Koalitionsvertrag. Zugleich forderten sie Bundesverkehrsminister Manfred Stolpe zur unverzüglichen Umsetzung auf. Außerdem erwarten BUND, NABU und WWF, dass mit der im Koalitionsvertrag festgehaltenen Absage an den Ausbau und „ausbauähnliche Unterhaltungsmaßnahmen" die Bagger an der Elbe endgültig abgezogen werden. Im Koaltionsvertrag ist festgelegt, dass geplante Ausbaumaßnahmen wie am Domfelsen bei Magdeburg, an der so genannte Reststrecke Dömitz-Hitzacker sowie auf dem Abschnitt Coswig-Wörlitz nicht erfolgen. Damit hat sich die Bundesregierung endlich auch vom früheren Ausbauziel von 1,60 Meter Fahrwassertiefe und den diesbezüglichen Aussagen im Verkehrswegeplan von 1992 verabschiedet. „Das verheerende Hochwasser hat glücklicherweise zu einem Umdenken geführt. Das muss nun auch zu einer neuen Realität an der Elbe führen“, so NABU-Präsident Jochen Flasbarth: „Durch den Ausbau des Flusses wäre ein einzigartiges ökologisches Potenzial im wahrsten Sinne des Wortes den Bach hinunter gegangen.“ WWF-Präsident Carl-Albrecht von Treuenfels sagte: „Der Verzicht auf den weiteren Elbe-Ausbau, wie er 1996 in der Elbe-Erklärung vereinbart worden ist, sowie auf den Bau von Staustufen an Donau und Saale und damit auf die weitere Kanalisierung dieser Flüsse bedeutet eine historische Wende in der Flu! sspolitik". Positiv beurteilten die Umweltorganisationen auch die Aufgabe der Unteren Havel als Bundeswasserstraße und die rasche Renaturierung des Flusses. Vor allem für Ostdeutschland biete eine neue Flusspolitik an der Elbe ökologische und wirtschaftliche Chancen. Schwerpunkte sehen die Umweltverbände dabei im vorsorgenden Hochwasserschutz durch eine Rückverlegung von Deichen, die Aktivierung von Altauen, das Anbinden von Flussaltarmen und die Entsiegelung von Ufern. Allein in Sachsen-Anhalt könnte nach Einschätzung der Verbände mehr als 11.500 Hektar zusätzliche Überflutungsfläche gewonnen werden. "Damit die Elbe zu einem Vorbild für Europa werden kann, müssen jene Mittel und Kapazitäten, die zum Ausbau des Flusses eingeplant waren, jetzt zur ökologischen Gestaltung der Flusslandschaft eingesetzt werden", forderte die BUND-Bundesvorsitzende Angelika Zahrnt. Die Verbände erwarten, dass der Bundesverkehrsminister eine Neuorientierung der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung an der Elbe einleitet und die Gespräche mit den Umweltorganisationen zu einem ökologischen Gesamtkonzept zügig wieder aufgenommen werden.
KONTAKT: WWF-Pressestelle: 069-791-44145
WEITERE INFORMATIONEN. http://www.wwf.de/presse/pressearchiv/artikel/00637/index.html
Konferenz zum Washingtoner Artenschutzübereinkommen (CITES): Die Konferenz der Tiere WWF will Handel mit bedrohten Tieren und Pflanzen auf der Artenschutzkonferenz begrenzen
Frankfurt a. M. / Santiago de Chile, 31.10.2002 - Am Sonntag startet in Santiago de Chile die 12. Vertragsstaatenkonferenz zum Washingtoner
Artenschutzübereinkommen, kurz: CITES (Convention on International Trade in Endangered Species of Wild Fauna and Flora). Delegierte aus 160 Ländern werden zwei Wochen lang die Spielregeln zum Handel mit bedrohten Arten neu festlegen. Auf der Tagesordnung steht unter anderem der Handel mit Elfenbein und Walfleisch. Für den WWF geht es auf der Weltartenschutzkonferenz nicht allein um die Zukunft von Papageien, Riesenhaien, Schildkröten und tropischen Bäumen: „Hier wird über die Sicherung der Lebensgrundlagen der Menschheit beraten“, betont Roland Melisch, Artenschutzexperte beim WWF Deutschland. Allein der legale Markt für lebenswichtige Produkte aus der Wildnis wie Holz oder Fisch umfasse inzwischen weltweit über 200 Milliarden Euro im Jahr. Zusätzlich wechseln jährlich auf dem Schwarzmarkt Produkte im geschätzten Wert von 70 Milliarden E! uro den Besitzer. Für den WWF bietet die Konferenz die Chance, dem Raubbau an natürlichen Lebensgrundlagen entgegenzutreten und den Handel mit bedrohten Tier- und Pflanzenarten zu begrenzen.
Die Übernutzung der Natur ist inzwischen zu einer der häufigsten „Todesursachen“ beim Artensterben geworden. Beispiel hierfür ist der Zusammenbruch zahlreicher Fischbestände wie beim Schwarzen Seehecht oder beim Stör, dem Lieferanten des begehrten Kaviars. Auch der fernöstliche wilde Ginseng steht kurz vor dem Aussterben. Ein Dauerbrenner auf der Konferenz dürfte wieder einmal der Handel mit Elfenbein werden. Elefanten sind in Zentral- und Westafrika sowie in Asien nach wie vor sehr bedroht. Obwohl sich die Bestände im Süden und in einigen Ländern im Osten Afrikas erholt haben, sperrt sich der WWF gegen eine Aufhebung des 1989 erlassenen Handelsverbots. „Gewildertes Elfenbein lässt sich nicht von Stoßzähnen aus legalen Quellen unterscheiden“, erläutert Roland Melisch. Deshalb bestehe die Gefahr, dass eine Freigabe des Elfenbeinhandels zu einem Wiederaufleben der Wilderei führt - zumal die Zähne der Dickhäuter insbesondere auf Märkten in China, Thailand, Nigeria und Äthiopien! nach wie vor heiß begehrt seien. Insgesamt liegen in Chile 54 Anträge und über 50 weitere Kontrollvorschläge auf dem Tisch, darunter auch neue Vorschläge zur Handelsbegrenzung von Mahagoniholz. Der WWF schätzt den illegalen Holzeinschlag allein in Brasilien auf 80 Prozent und unterstützt den Antrag zur künftigen Handelskontrolle ohne Einschränkung. Das edle Holz wird zum Beispiel für teure Möbel und die Schiffsrümpfe von Luxusjachten benutzt. „Wenn die Nachfrage weiter so rasant ansteigt und wir es nicht schaffen, durch internationale Vereinbarungen gegenzusteuern, könnte in Brasilien noch in diesem Jahrzehnt der letzte Mahagonibaum den Sägen der Holzfäller zum Opfer fallen“, fürchtet Roland Melisch.
KONTAKT: Der WWF ist mit einer internationalen Delegation auf der CITES-Konferenz vertreten und zwischen dem 1. und 15. November mobil erreichbar: Volker Homes, WWF-Referat Artenschutz, mobil: 0170/4765664 Ulrike Bauer, WWF-Pressestelle, mobil: 0151/12151086 Ansprechpartner in Deutschland (auch am Wochenende): Roland Melisch, Tel.: 069/79144-180, und Jenni Glaser, Pressestelle WWF Deutschland, 069/79144-214
WEITERE INFORMATIONEN: http://www.wwf.de/presse/pressearchiv/artikel/00638/index.html
Ländliche Wege zur Nachhaltigkeit Neue Broschüre „Naturschutz und ländliche Entwicklung“ vorgelegt
Leipzig / Frankfurt a. M., 31.10.2002 - Wege zur Nachhaltigkeit auf dem „platten Land“ zeigt eine neue Broschüre auf, die der WWF jetzt auf der Leipziger
EUREGIA, Messe für Regionalentwicklung in Europa, vorgestellt hat. Anhand von sechs Modellregionen zeigen die Herausgeber und Projektinitiatoren (WWF, BUND, DVL, Grüne Liga, NABU und das Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft), wie sich Naturschutz in den Mittelpunkt regionaler Entwicklungsstrategien stellen lässt. „Durch die Verknüpfung von Naturschutz mit Landwirtschaft, Handwerk, Handel, Gewerbe und Dienstleistung entstehen neue Einkommensmöglichkeiten und in der Region werden Arbeitsplätze geschaffen“, so Imke Lübbeke, Landwirtschaftsexpertin beim WWF Deutschland. Die Modellregionen sind Teil der Europäischen Gemeinschaftsinitiative LEADER + . Ziel dieses Programms ist es, aufzuzeigen, wie der Naturschutz in den ländlichen Regionen zum „Motor“ einer integrierten Entwicklung wird. „In den Modellregionen zeigen wir“, so Imke Lübbeke, „dass schöne Landschaften und wertvolle Biotope ein wichtiges Kapital für die wirtschaftliche Entwicklung und die Steigerung von Lebensqualität sind. Bisher haben die ländlichen Gebiete mit diesem Pfund noch zu wenig gewuchert.“ Vorgestellt werden der Naturpark Dübener Heide, das Isenhagener Land, der Naturpark Uckermärkische Seen, die Insel Rügen, der Südliche Steigerwald und der Thüringer Wald. In diesen Regionen wird eine Vielzahl von nachhaltigen P! rojekten verwirklicht. Dazu gehören Naturtourismusangebote wie Radwege und Kanustrecken, Vermarktungsaktionen für regionale Produkte und der Aufbau von Regionalmarken. Auch eine regionale Energiebörse für erneuerbare Energien, die Nutzung regionaler Rohstoffressourcen, Projekte zur Integration jugendlicher Spätaussiedler sowie zur internationalen Jugendarbeit im Naturschutz finden sich unter den skizzierten Beispielen. Entscheidend für den Naturschutz sei jedoch, dass die positiven Ansätze der LEADER + Modellregionen in die europäische und nationale Agrar- und Strukturpolitik aufgenommen würden. Dazu müsse sich allerdings die Förderpolitik grundlegend verändern. Statt projektorientierter Förderung wie sie derzeit vorgenommen würde, müssten zukünftig integrierte Programme zur Entwicklung der ländlichen Räume unterstützt werden.
WWF Deutschland Rebstöcker Straße 55 Berlin/Bonn/Frankfurt am Main, 31.10.2002 -
|
nach oben
--< zurück
•--vorwärts >
↑ nach oben
|
Strafverfahren gegen Marie eingestellt | Greenpeace baut Endlager fuer Atommuell
|
|