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Dieselruss macht Krebs - VW kein leuchtendes Vorbi
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Dieselruss macht Krebs - VW kein leuchtendes Vorbild Greenpeace-Projektion in Wolfsburg
Wolfsburg, - Von dem "ZeitHaus", einem Gebaeude des Automobilkonzerns Volkswagen in der Wolfsburger Autostadt, leuchtet heute Morgen eine ungewoehnliche Botschaft: "Dieselruss macht Krebs. VW macht mit". Ein kleines Maedchen mit Atemschutzmaske blickt trotzig von der Gebaeudewand. Aus Protest gegen die Krebs erzeugenden Diesel- Abgase projizieren Greenpeace-Aktivisten vom Schlauchboot aus Dias an das VW-Gebaeude am Mittellandkanal. Greenpeace fordert Volkswagen anlaesslich deren heutiger Aufsichtsratssitzung auf, Dieselwagen mit Russfiltern auszustatten.
"VW-Neuwagen haben zwar viel sinnlosen Schnickschnack, aber kein anstaendiges Abgasreinigungssystem", sagt Greenpeace-Sprecherin Simone Miller. Bisher weigert sich die deutsche Automobilindustrie, Neuwagen serienmaessig mit Russfiltern auszustatten und behauptet, die Nachruestung von Gebrauchtwagen sei nicht moeglich. "Der Lunge ist egal, ob der Russ von neuen oder alten Autos stammt."
Greenpeace konnte jedoch mit Hilfe des Rheinisch-Westfaelischen TUeV in Essen an einem gebrauchten Mercedes C220-Diesel nachweisen, dass Russfilter problemlos nachtraeglich eingebaut werden koennen. Die Dosierungseinrichtung fuer den notwendigen Kraftstoffzusatz stammt aus einem Gabelstapler, die Filteranlage von der franzoesischen Firma PSA. Diese Filter werden bereits serienmaessig in einige Modelle von Citroën und Peugeot eingebaut.
Das Umwelt und Prognoseinstitut Heidelberg (UPI) rechnet mit jaehrlich ca. 8.500 Toten infolge Lungenkrebs durch Dieselpartikel. "Hinter jedem Toten stehen viele Kranke. Eine Allergie im zarten Alter von einem Jahr, Asthma mit acht, herzkrank mit 15, Krebs mit 34. Das sind die Risiken", warnt Simone Miller.
Zwar stossen Diesel-Autos heute keine tiefschwarzen Wolken mehr aus. Der Anteil grober Russpartikel in Dieselabgasen wurde in den letzten Jahren deutlich verringert. Viel gefaehrlicher sind jedoch die sehr kleinen "lungengaengigen" Russteilchen, deren Menge sich drastisch erhoeht hat. Diese Russpartikel sind zum Teil tausendmal duenner als ein Menschenhaar. Je kleiner die Partikel sind, umso tiefer dringen sie in die Lunge ein. Kinder sind ganz besonders gefaehrdet. Denn die Abgaskonzentration ist in ihrer Nasenhoehe besonders hoch und Kinderlungen sind empfindlicher und durchlaessiger.
Die Gefahr waechst: Die Zulassungszahlen von Diesel-PKW haben von zwei Prozent 1980 auf 40 Prozent im Jahr 2000 zugenommen. Tendenz weiter steigend. Unter den VW-Marken Audi, Seat und Skoda befanden sich im Zeitraum Januar bis September 2002 sogar 48 Prozent Diesel-Fahrzeuge. Deutsche Diesel-PKW stossen jedes Jahr fast 9000 Tonnen Russ aus. Der Sachverstaendigenrat der Bundesregierung stufte die Russpartikel als "das derzeit wichtigste Problem der Luftverschmutzung" ein.
_______________________________________________ [Presse-Greenpeace] 15. November 2002
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