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Übernahme des Gashandelsunternehmens Ruhrgas...
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Kommentar
Hamburg, 19. 9. 2002 - Die Entscheidung ueber eine neue Ministererlaubnis fuer die umstrittene Uebernahme des Gashandelsunternehmens Ruhrgas durch den Energiekonzern E.ON kommentiert Stefan Schurig, Leiter des Klima und Energiebereichs bei Greenpeace:
"Die Fusion ist und bleibt wettbewerbsrechtlich unhaltbar und behindert den Klimaschutz. Der Energieriese E.on wird seine neue Lufthoheit ueber den bundesweiten Gasmarkt missbrauchen und den Ausbau von dezentralen Kraft-Waerme-Kopplungsanlagen behindern. Sie passen ihm nicht ins Konzept, das nur wenige zentrale Grosskraftwerke vorsieht. Die dezentralen Anlagen sind wegen ihrer hohen Leistungsfaehigkeit aber dringend notwendig fuer eine klimafreundliche Energieversorgung in Deutschland. Die neuen Auflagen fuer die Uebernahme sind reine Kosmetik.
Es scheint, als wollten Wirtschaftsminister Mueller und sein Staatsekretaer Tacke die Fusion um jeden Preis durchsetzen. Ganz offensichtlich geht es dabei nicht um das Gemeinwohl, denn das Ministerium uebergeht sowohl Einwaende der Kartellbehoerden als auch Bedenken von Umwelt- und Verbraucherverbaenden."
Hintergrund:
- Greenpeace hat gegen die Nichtberuecksichtigung der Umwelt- und Klimaschutzaspekte im Fusionsverfahren Beschwerde beim Oberlandesgericht (OLG) Duesseldorf eingelegt. Am 25. September wird vor dem OLG in einer muendlichen Verhandlung ueber die Beschwerde von Greenpeace verhandelt.
- Ein Monopol auf dem deutschen Gasmarkt kann den Gaspreis diktieren und dadurch anderen Akteuren am Markt, die z.B. auf umwelt- und klimaschonende Kraft- Waerme-Kopplungsanlagen (KWK) auf Gasbasis bauen, den Zugang verhindern. E.on hat sich in den letzten drei Jahren als erklaerter Gegner des Ausbaus von KWK- Anlagen erwiesen. Immer wieder erklaerte der Konzern, dass KWK-Anlagen eine Konkurrenz zu ihren laufenden grossen Kohlekraftwerken sind und er sich deshalb vehement gegen einen Ausbau der KWK einsetzt. Der Ausbau der KWK ist ein wichtiger Bestandteil, um den grossen Kohlendioxid-Ausstoss gerade in der Stromproduktion kurzfristig und nachhaltig zu senken.
- Die Konsequenzen der Fusion fuer Umwelt und Klima haetten im Verfahren seitens des Bundeswirtschaftsministeriums angehoert und in die Abwaegung einbezogen werden muessen. Greenpeace hatte deshalb beantragt, als Verfahrensbeteiligter zugelassen zu werden. Sollte das Oberlandesgericht Duesseldorf am kommenden Mittwoch der Beschwerde statt geben, dann muss das Fusionsverfahren erneut aufgerollt werden.
Stefan Schurig Internet: www.greenpeace.de
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