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Einstweilige Verfuegung
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29. August 2002
Landgericht: Einstweilige Verfuegung von Esso gegen Greenpeace- Klimaexperten bleibt bestehen
Hamburg, 29. 8. 2002 - Die Einstweilige Verfuegung des Oelkonzerns Esso gegen den Greenpeace-Klimaexperten Karsten Smid bleibt bestehen. Dies entschied heute das Landgericht Hamburg. Greenpeace wird gegen die Entscheidung Rechtsmittel einlegen.
Erstmals hat ein Konzern in Deutschland eine Einstweilige Verfuegung nicht nur gegen die Organisation Greenpeace, sondern zusaetzlich auch gegen einen ihrer Mitarbeiter erwirkt. Esso griff nach einer friedlichen Protestaktion von Greenpeace am 29.5.2002 vor der Esso- Zentrale in Hamburg zu diesem Rechtsmittel. Aktivisten hatten das Esso-Logo an der Gebaeudefassade mit Dollarzeichen versehen. Seither ist es Mitgliedern der Umweltorganisation unter Androhung von 250.000 Euro untersagt, das Gelaende der Konzernzentrale, die Raffinerien oder die Tankstellen von Esso "zum Zwecke der Meinungskundgabe rechtswidrig zu betreten, zu besteigen oder sich darauf, darunter oder darin aufzuhalten".
"Wir werden uns durch die Einstweilige Verfuegung nicht davon abhalten lassen, Esso immer wieder als Klimakiller und Umweltverschmutzer anzuprangern", sagte Karsten Smid nach der Verhandlung.
Unwidersprochen blieb in der Verhandlung der Vorwurf von Greenpeace, dass Esso fuer den einsetzenden Klimawandel und die Flutwelle an Elbe und Donau mitverantwortlich ist. Der Mutterkonzern ExxonMobil traegt zudem massgeblich dazu bei, dass die US-Regierung das Kyoto- Protokoll ablehnt und Praesident George Bush dem Weltgipfel in Johannesburg fern bleibt. Im Gegensatz zu anderen Oelkonzernen investieren Esso und ExxonMobil bisher nicht in erneuerbare Energien.
Statt dessen verwendet ExxonMobil weltweit jaehrlich knapp zehn Milliarden US-Dollar fuer die Suche und Ausbeutung neuer Erdoel- und Erdgasvorkommen. Der Konzern baut eine Pipeline von den Oelfoerdergebieten im zentralafrikanischen Tschad bis zur Atlantik- Kueste von Kamerun, die sowohl den Urwald als auch die dort beheimateten Pygmaeen bedroht. Vor der Insel Sakhalin an der Pazifikkueste Russlands gefaehrdet Exxon bei der Suche und Foerderung von Erdoel den Lebensraum der letzten 100 Grauwale der Region.
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