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Friedhof fuer Dieselrussopfer in Wolfsburg

Friedhof fuer Dieselrussopfer in Wolfsburg
Greenpeace: Volkswagen lehnt Filter gegen Krebs erregende Abgase ab

Wolfsburg, - Einen symbolischen Friedhof aus 48 Kreuzen
errichteten Aktivisten der Greenpeace-Gruppe Braunschweig heute im
Eingang der Autostadt Volkswagen in Wolfsburg. Die 80 Zentimeter hohen
Kreuze tragen die Aufschrift "Dieselkrebs" und erinnern an Tausende
von Menschen, die jedes Jahr an den Folgen von eingeatmeten
Dieselrusspartikeln sterben. Die Umweltschuetzer hielten zudem zwei
Banner mit der Botschaft "Dieselruss macht Krebs. Volkswagen macht
mit". Volkswagen ist der groesste deutsche Hersteller von Diesel-PKW.
Wie alle deutschen Autohersteller weigert sich der Wolfsburger
Konzern, seine Diesel-PKW mit Russfiltern aus- bzw. nachzuruesten.

Bereits vor einer Woche hat Greenpeace mit einer Diaprojektion auf dem
Volkswagen-Gelaende den Einbau von Filtern, die den Ausstoss von
Russpartikeln reduzieren, gefordert. "VW hat die Dringlichkeit der
Loesung des Dieselruss-Problems nicht verstanden", sagt Greenpeace-
Sprecher Guenter Hubmann in Wolfsburg. "Waehrend Menschen an
Dieselkrebs sterben, behauptet der Konzern, an neuen Technologien zur
Reduzierung des Russausstosses zu arbeiten".

Filter zur Reduzierung der Krebs erregenden Russpartikel gibt es
laengst. Greenpeace konnte in Zusammenarbeit mit dem Rheinisch-
Westfaelischen TUeV in Essen an einem gebrauchten Mercedes C220-Diesel
nachweisen, dass Russfilter problemlos nachtraeglich eingebaut werden
koennen. Die Dosierungseinrichtung fuer den notwendigen
Kraftstoffzusatz stammt aus einem Gabelstapler, die Filteranlage von
der franzoesischen Firma PSA. Diese Filter werden bereits
serienmaessig in einige Modelle von Citroën und Peugeot eingebaut.

In Deutschland sterben nach Berechnungen des Umwelt- und
Prognoseinstituts Heidelberg (UPI) jaehrlich ca. 8.500 Menschen an
Lungenkrebs, der durch Dieselrusspartikel ausgeloest wird. "Es ist ein
Skandal, dass Volkswagen wissentlich die Krebs erregende Wirkung von
ungefilterten Dieselabgasen in Kauf nimmt", sagt Guenter Hubmann.
"Hinter jedem Toten stehen zudem viele Kranke. Das Einatmen von
Dieselruss kann Allergien und Asthma bei Kindern ausloesen.
Jugendliche und Erwachsene bekommen Herz- und Atemwegserkrankungen
durch Dieselrusspartikel."

Deutsche Diesel-PKW stossen jedes Jahr fast 9.000 Tonnen Russ aus.
Gefaehrlich sind vor allem die sehr kleinen "lungengaengigen"
Russteilchen, deren Menge sich durch die steigenden Zulassungszahlen
von dieselbetriebenen Fahrzeugen drastisch erhoeht hat. Diese
Russpartikel sind zum Teil tausendmal duenner als ein Menschenhaar. Je
kleiner die Partikel sind, umso tiefer dringen sie in die Lunge ein.
Kinder sind ganz besonders gefaehrdet. Denn die Abgaskonzentration ist
in ihrer Nasenhoehe besonders intensiv und Kinderlungen sind
empfindlicher und durchlaessiger.



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_______________________________________________
[Presse-Greenpeace]
22. November 2002


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