Internationaler Greenpeace-Protest an Castor-Gleisen Aktivisten aus Deutschland und Frankreich gemeinsam gegen strahlenden Muell
- An den Bahngleisen fuer den laufenden Castor- Transport haben 25 Greenpeace-Aktivisten aus Deutschland und Frankreich heute (10.10.02) in Saarbruecken gemeinsam gegen die schaedliche Wiederaufarbeitung von deutschem Atommuell in La Hague (Frankreich) und Sellafield (England) demonstriert. Fuenf Kletterer spannten an die Stahlstuetzen unter einer Bahnbruecke ueber die Saar ein 15 Meter langes Banner mit der Aufschrift "Deutscher Atommuell verseucht Europa". Greenpeace fordert, die Atommuelltransporte sofort zu stoppen und die Wiederaufarbeitung weltweit zu beenden.
"Deutschland ist Weltmeister darin, seinen giftigen Atommuell ins Ausland zu schaffen", sagt Greenpeace-Atomexperte Mathias Edler. "Die Plutoniumfabriken wuerden in Deutschland niemals genehmigt. In Frankreich und Grossbritannien haelt unser Atommuell aber genau diese Anlagen am Laufen."
Die Wiederaufarbeitungsanlagen (WAAs) pumpen zusammen pro Jahr etwa 3,5 Milliarden Liter radioaktive Abwaesser ins Meer. In beiden Regionen konnte eine erhoehte Rate von Leukaemieerkrankungen nachgewiesen werden. Greenpeace entdeckte bereits vor Jahren Spuren des hochgiftigen Bombenstoffes Plutonium in Milchzaehnen von englischen Kindern.
"Unser Protest steht fuer die Ablehnung der Menschen in Frankreich und England zur atomaren Verseuchung durch deutschen Atommuell", sagt Edler. Nach einer von Greenpeace im Jahre 2000 in Auftrag gegebenen Emnid-Umfrage sprechen sich in Frankreich 80 Prozent der Befragten dafuer aus, die Einleitung radioaktiver Abwaesser ins Meer durch ein internationales Abkommen zu verbieten. In Grossbritannien wollen 85 Prozent ein Verbot, in Deutschland gar 94 Prozent der Befragten. Laut deutschem Atomgesetz duerfen die Energieunternehmen bis Ende 2005 noch rund 400 weitere Castorbehaelter mit Atommuell nach La Hague und Sellafield verschieben. Hamburg, 10. 10. 2002