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ISSN 1610-0611
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Greenpeace protestiert am Atomkraftwerk Kruemmel

Atommuelltransport nach Frankreich und Grossbritannien kurz vor dem Start
Greenpeace protestiert am Atomkraftwerk Kruemmel

Gegen den anstehenden Transport von deutschem
Atommuell nach Frankreich und Grossbritannien haben Greenpeace-
Aktivisten heute frueh vor dem Atomkraftwerk Kruemmel mit einer
Grossbildprojektion protestiert. Mit einem Hochleistungsprojektor gelang es
den Umweltschuetzern einen Slogan auf die Fassade des Atomkraftwerkes
zu projizieren: "Nationale Verantwortung heisst, seinen Nachbarn keinen
Atommuell vor die Haustuer zu kippen!"

Fuer den groessten jemals in Deutschland durchgefuehrten Atommuelltransport
rollen Castor-Behaelter aus den Atomkraftwerken Unterweser und Stade
(Niedersachsen), Neckarwestheim (Baden-Wuerttemberg), Kruemmel,
Brunsbuettel, Brokdorf (Schleswig-Holstein) und Grafenrheinfeld (Bayern)
Richtung Frankreich. Die Atommuell-Behaelter sollen noch vor der deutsch-
franzoesischen Grenze zusammengekoppelt werden. Ihre Ziele sind die so
genannten "Wiederaufarbeitungsanlagen" La Hague (Frankreich) und
Sellafield (Grossbritannien).

"Bundesumweltminister Juergen Trittin handelt verantwortungslos wenn er
das deutsche Atommuellproblem in unsere Nachbarlaender verschiebt",
sagt Greenpeace-Energieexperte Sven Teske. Eine Studie fuer das
Europaeische Parlament belegt, dass die Wiederaufarbeitung in Sellafield
und La Hague die Umwelt jaehrlich radioaktiv mit der Menge eines
"grossen kerntechnischen Unfalls" verseucht. "Wenn Anfang November
deutscher Atommuell aus La Hague wieder zurueck nach Gorleben rollt,
wird Trittin die nationale Verantwortung fuer den radioaktiven Muell
betonen. Die vielbeschworene 'nationale Verantwortung' beginnt aber dann
schon, wenn deutscher Atommuell ins Ausland gekarrt wird." Greenpeace
fordert, alle Atomtransporte sofort zu stoppen und die Wiederaufarbeitung
weltweit zu beenden.

Nach Ansicht von Greenpeace verstoesst der vermeintliche
Entsorgungsweg der Wiederaufarbeitung gegen das im Atomgesetz
festgeschriebene Gebot der "schadlosen Verwertung". Die teure
Wiederaufarbeitung vergroessert lediglich die Menge des strahlenden
Muells. Bis zum Jahre 2005 sollen nach Plaenen der rot-gruenen
Bundesregierung und der Energieunternehmen trotzdem noch rund 400
Castorbehaelter mit hochradioaktiven Brennelementen nach Frankreich
und Grossbritannien transportiert werden.

Greenpeace Pressestelle
Greenpeace e.V.
Große Elbstr. 39
22767 Hamburg
Hamburg, 9. 10. 2002 -


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