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Greenpeace-Trauerzug bei DaimlerChrysler-Feier

Greenpeace-Trauerzug bei DaimlerChrysler-Feier
Autohersteller lehnt Filter gegen Krebs erregende Abgase ab

Mit einem Trauerzug aus zehn Bestattungswagen,
neunkoepfiger Kapelle und Trauergemeinde begleitet Greenpeace heute
Vormittag die Hundertjahrfeier des DaimlerChrysler-Werks in Berlin-
Marienfelde. Mit der Zeremonie unter dem Motto "Diesel macht Krebs -
Mercedes macht mit", erinnert Greenpeace daran, dass die
Feierlichkeiten von dem alljaehrlichen Krebstod mehrerer tausend
Menschen in Deutschland ueberschattet sind. Diese sterben an den
Folgen der unfreiwilligen Inhalation von Russpartikeln aus
Dieselautos. Bis heute weigert sich jedoch DaimlerChrysler wie alle
deutschen Autohersteller, Dieselfahrzeuge mit Russfiltern aus- bzw.
nachzuruesten.

"Es ist ein Skandal, dass DaimlerChrysler wissentlich die Krebs
ausloesende Wirkung ungefilterter Dieselmotoren in Kauf nimmt", sagt
Greenpeace-Sprecher Guenter Hubmann vor Ort in Berlin. "Die Wagen
werden mit allerlei sinnlosem Schnickschnack aufgeruestet, aber nicht
mit den dringend erforderlichen Reinigungssystemen. Das muss sich
aendern. Die Autoindustrie muss alle Diesel-Neuwagen mit Filtern
ausstatten und aeltere Fahrzeuge nachruesten." Zudem sollte die
Bundesregierung mit Steuerverguenstigungen die Nachruestung von
Dieselfahrzeugen unterstuetzen.

Vergangene Woche hat Greenpeace vorgefuehrt, dass Dieselruss schon
lange aus den Abgasen deutscher PKW gefiltert werden koennte. Zusammen
mit dem Rheinisch Westfaelischen TUeV hat Greenpeace einen Mercedes-
Jahreswagen C 220 mit Filterkomponenten "von der Stange"
nachgeruestet, die bereits auf dem Markt sind. Das Ergebnis: Nur noch
ein Fuenftausendstel der Partikel kommt aus dem Auspuff des umgebauten
Mercedes, dessen serienmaessiges Vergleichsmodell immer noch schwarzen
Russ ausstoesst.

Deutsche Diesel-PKW stossen jedes Jahr fast 9000 Tonnen Russ aus. Nach
Berechnungen des Heidelberger Umwelt- und Prognoseinstituts verursacht
der Dieselruss jaehrlich etwa 7000 Todesfaelle durch Lungenkrebs und
ein Mehrfaches davon an anderen Gesundheitsschaeden, wie Herz-,
Kreislauf- und Atemwegserkrankungen. Waehrend DaimlerChrysler, als
einer der fuehrenden Hersteller von Dieselautos, die neue
Dieselgeneration als Inbegriff des technischen Fortschritts preist,
bezeichnen fuehrende Experten die Partikel im Dieselruss als Ursache
des "derzeit wichtigsten Problems der Luftverschmutzung"
(Sachverstaendigenrat fuer Umweltfragen).

Internet: www.greenpeace.de/auto, www.dieselkrebs.de.

2. Oktober 2002


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