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Hochwassergipfel - Ende der Kleinstaaterei
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WWF fordert international abgestimmtes Flußmanagement
18.08.2002 Berlin / Rastatt (ots) - Heute treffen sich im Bundeskanzleramt EU-Vertreter mit den Regierungschefs aus Österreich, Tschechien und den betroffenen deutschen Bundesländern zum "mitteleuropäische Hochwassergipfel". Die Umweltstiftung WWF wertet das Treffen in Berlin als ein positives Signal für eine längst überfällige, Länder übergreifende Hochwasserpolitik. "Die aktuellen Fluten machen deutlich, dass Hochwasser keine Ländergrenzen kennen. Deshalb brauchen wir überregionale Antworten," fordert Georg Rast vom WWF-Auen-Institut. Eine modernes Flußmanagement müsse das gesamte Einzugsgebiet der Ströme betrachten, nur dann sei ein sinnvoller Hochwasserschutz möglich.
Der WWF kritisierte, dass in Deutschland auf diesem Gebiet "Kleinstaaterei" herrsche. Hochwasserschutz ist hierzulande Sache der Bundesländer. "Das führt zu absurden Situationen", beklagt Georg Rast. Bei der Elbe falle der Fluß selbst in den Zuständigkeit des Bundes, die Überflutungsbereiche verantworten die Länder und die Kommunen und Privatpersonen wirtschaften in den durch Deiche geschützten Flächen. Das Bundesland Hessen weigere sich seit Jahren Überflutungsflächen zur Verfügung zu stellen. Stattdessen werden die Deiche erhöht . Die Folge: Die Flut schlage dann weiter Flußabwärts zu.
Der WWF erkennt an, dass die EU hat das Problem erkannt habe und mit einer einzugsgebietsbezogenen Wasserrahmenrichtlinie reagiert habe. Allerdings haben etliche Bundesländer dieses Prinzip bereits wieder unterlaufen, in dem sie Zuständigkeiten wieder nach den alten Regelungen unterteilt haben.
"Mit dem Sankt Florians Prinzip muß Schluß sein", fordert Georg Rast vom WWF. Zugleich appellieren die Naturschützer an die Kommunen. Die Städte und Gemeinden müssten erkennen, dass es mittelfristig "ein Schuß ins Knie" sei, in unmittelbarer Flußnähe Gewerbegebiete, Sportplätze oder Bauplätze auszuweisen. An der Elbe seien in den vergangenen 200 Jahren rund drei Viertel der natürlichen Überflutungsflächen verloren gegangen. An anderen Flüssen sehe es zum Teil noch schlimmer aus.
Das Wasser muß raus aus den Wohnzimmern und wieder rein in die Auen. Damit verhindern wir keine Hochwasser, aber wir verringern die Schäden," so Georg Rast.
Georg Rast, WWF-Auen-Institut, Jörn Ehlers, Pressestelle WWF Deutschland
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Frankfurt/Rastatt, 17.08.2002 - Angesichts des bevorstehenden Hochwassergipfels der betroffenen Staatschefs bei Bundeskanzler Schröder hat der WWF sein internationales Know-how für die Erstellung ökologisch sinnvoller Hochwasserschutzkonzepte angeboten. Die internationale Umweltorganisation forderte angesichts der Katastrophe ein radikales Umdenken und ein Einlenken jener deutschen Politiker und Lobbyisten, die auf dem Elbausbau bestehen. Die im Bundesverkehrswegeplan 2003 zum Ausbau der Elbe vorgesehenen Summen sind nach Ansicht des WWF weitgehend Makulatur. Finanziert werden müssten damit nach Ansicht des WWF-Auen-Instituts auch sinnvolle Maßnahmen zum Hochwasserschutz. Die Planungen seien zum großen Teil sowohl ökologisch als auch ökonomisch fragwürdig. Die nach dem 1997-er Hochwasser an der Oder begangenen Fehler dürften sich an der Elbe nicht wiederholen.
"Wenn Stadt und Land entlang der Flüsse absaufen, darf die Parole nicht ‚weiter wie bisher!' lauten," mahnte Georg Rast, Hochwasser-Experte aus dem WWF-Auen-Institut. Auch wenn bisher geplante wasserbauliche Maßnahmen an der Elbe nach Ansicht des WWF-Experten nicht zur Verschärfung des Hochwassers beitragen würden, müssten der Umgang mit unseren Gewässern und Hochwasserschutzkonzepte auf den Prüfstand. Gelder sollten für den natürlichen Hochwasserschutz verwendet werden, um die Schäden gering und die Landschaft intakt zu halten. Der WWF arbeite international seit über 15 Jahren an Lösungen, die bisher viel zu zögerlich von der Politik umgesetzt würden. Zum Teil seien die Vorschläge mit fragwürdigen Argumenten einfach vom Tisch gewischt worden, klagte Rast.
"Es ist grotesk, die Elbe mit Milliardenaufwand für die ökonomisch kaum bedeutende Schifffahrt auszubauen, wenn nicht gleichzeitig ökologisch sinnvoller Hochwasserschutz im Pflichtenheft der Planer steht ," sagte Rast. Anstatt Hunderte von Millionen in ökologisch und ökonomisch fragwürdige Maßnahmen zur Gewässerunterhaltung zu investieren, solle das Geld für sinnvolle Hochwasser-Schutzmaßnahmen verwendet werden.
Georg Rast, WWF-Auen-Institut Prof. Dr. Emil Dister, WWF-Auen-Institut Jörn Ehlers, Pressestelle WWF
WWF Deutschland Rebstöcker Straße 55 60326 Frankfurt
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