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Obrigheim-Entscheidung straft Ausstiegsgerede Lueg
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Rot-Gruen: Bemuehen reicht nicht fuer die oekologische Erneuerung Obrigheim-Entscheidung straft Ausstiegsgerede Luegen
Berlin, Mit einer grossen Dinosaurier-Attrappe aus Schrott begleitet Greenpeace heute vor der Neuen Nationalgalerie in Berlin die Unterzeichnung des rot-gruenen Koalitionsvertrages. "Der rot-gruene Atomausstieg ist eine Luege" steht auf einem Schild an der Schrott- Skulptur. "Der Atomausstieg, das Kernstueck rot-gruener Politik der letzten vier Jahre, wird mit der Laufzeitverlaengerung fuer das aelteste deutsche Atomkraftwerk Obrigheim zur Farce", sagt Greenpeace- Sprecher Heinz Laing. "Der Koalitionsvertrag zeigt: Immer dann, wenn es darum geht, mit der Oekologie ernst zu machen, knicken SPD und Gruene vor der eigenen Courage ein - ob in der Atompolitik, der Oekosteuerfrage, dem Klimaschutz oder der Kohle- und Verkehrspolitik."
Laing weiter: "Wir sehen zugleich an vielen Stellen im Koalitionsvertrag die Bemuehung, oekologische Projekte voran zu bringen, doch Bemuehen allein reicht nicht fuer eine oekologische Erneuerung. Der oekologische Umbau unseres Wirtschaftssystems darf nicht an eigenmaechtigen Alleingaengen des Bundeskanzlers wie bei Obrigheim oder dem Stopp der Oekosteuer scheitern."
In zentralen Bereichen der Umweltpolitik ist der Koalitionsvertrag halbherzig oder sogar rueckschrittlich. In der Atompolitik wird mit der Verlaengerung fuer Obrigheim das Tor fuer ein beliebiges Geschacher um Laufzeiten und Abschaltfristen aufgestossen. Durch das Offenhalten der Finanzierungsverantwortung fuer die alternative Erkundung von Endlagerstandorten wird der untaugliche Endlagerstandort Gorleben quasi auf kaltem Wege festgeschrieben.
"Die fehlende Fortschreibung der Oekosteuer im Koalitionsvertrag bedeutet den Verzicht auf einen zentralen Baustein der Oekologisierung unserer Gesellschaft und wird hoffentlich 2004 revidiert", so Heinz Laing. In der Klimapolitik bedeutet die Kopplung des CO2- Reduktionszieles von 40 Prozent bis 2020 an die Bedingung einer Verpflichtung der EU auf 30 Prozent Reduktion de facto die Verabschiedung von einer konsequenten Klimaschutzpolitik. "Und mit dem Verzicht auf einen konsequenten Ausstieg aus der Kohle bleibt einer der groessten und umweltschaedlichsten Energietraeger zugleich weiter unangetastet", unterstreicht Laing.
Ein Lichtblick der Koalitionsvereinbarung scheint der Verbraucherschutz zu sein. Hier werden positive Signale gesetzt, um den Schutz und die Rechte der Verbraucherinnen und Verbraucher zu staerken. Laing: "Wir werden die Regierung an ihrer Aussage messen, den Verbraucherschutz zur Richtschnur ihrer Entscheidungen zu machen. Insbesondere die Umsetzung der Ankuendigung, eine gentechnikfreie konventionelle und oekologische Landwirtschaft zu sichern, werden wir von Rot-Gruen einfordern. Verbraucher muessen nicht nur Wahlfreiheit haben, sondern muessen auch wirksam vor den Risiken genmanipulierter Nahrungsmittel geschuetzt werden."
Greenpeace fordert die Delegierten der anstehenden Parteitage von SPD und Gruenen auf, den Obrigheim-Kompromiss abzulehnen und sich fuer einen konsequenten Ausstieg aus der Atomenergie auszusprechen.
16. Oktober 2002
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rot-grünes Atomgesetz dient nur der Industrie | "Gorleben und Konrad stoppen!"
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